Bettwanzen und Corona: Lässt das Virus die Tiere verhungern?

Coronavirus bereitet Auslandsreisen ein abruptes Ende

Bettwanzen haben einen so großen Erfolg durch die Reiselust der Menschen erfahren. In unserer globalen Welt ist das nächste Land oft nur einen Mausklick entfernt. Hostels, Airbnb und einfache Hotels haben das ganze Jahr über wechselnde Schlafgäste, in beliebten Reisegebieten sind manche Hotels bereits über mehrere Saisons ausgebucht. So zumindest der Stand vor Corona. Durch das Virus ist das Reisen quasi vollständig zum Erliegen gekommen. Die Hotel- und Tourismusbranche kann nur machtlos zusehen wie ihnen wichtige Umsätze wegbrechen, viele Hotelbetreiber befürchten gar das endgültige Aus.

Bettwanze ist auf wechselnde Schlafgäste angewiesen

Nicht nur die Hotelbranche hat unter dem Virus zu leiden, auch die Bettwanze scheint in ihrem Siegeszug jäh ausgebremst. Denn ohne wechselnde Schlafgäste kann sich die Bettwanzen weder ernähren, noch weiter verbreiten. Ein leeres Hotelzimmer bedeutet auch einen leeren Magen für die Bettwanze. Ohne Nahrung, also Blutaufnahme, kann sich die Bettwanze weder vermehren, noch weiterentwickeln. Sie bleibt quasi in ihrer derzeitigen Entwicklung gefangen.

Können Bettwanzen das Coronavirus übertragen?

Das Coronavirus wurde vom Tier auf den Mensch übertragen, hierbei ist man sich recht sicher. Ist somit eine Übertragung vom Mensch auf die Bettwanze und umgekehrt möglich? Auch hier gibt es sicherlich noch keine eindeutigen Aussagen. Untersuchungen in diesem Bereich werden sehr wahrscheinlich auf sich Warten lassen. Da Bettwanzen aber generell nicht als Krankheitsüberträger in Frage kommen, ist eine Übertragung des Coronoavirus ebenfalls sehr unwahrscheinlich.

Bedeutet ein anhaltender Lockdown das Ende für die Bettwanze?

Hat der weltweite Lockdown also auch einen positiven Aspekt für geplagte Hotelgäste? Ist die Bettwanzen dem Untergang geweiht und hat verschwindet sie ähnlich in der Versenkung, wie sie es bereits vor einigen Jahren getan hatte? Sichere Aussagen darüber zu treffen wäre sicherlich verfrüht. Doch die ernüchternde Prognose dürfte mit einem recht eindeutigen Nein beantwortet werden.
Bettwanzen können theoretisch bis zu 1,5 Jahre hungern. Sie verbleiben in einer Art „Winterschlaf“ in ihrem Versteck und sparen ihre Kräfte für bessere Zeiten. Ein Lockdown über diesen langen Zeitraum erscheint eher unwahrscheinlich. Zumindest Inlandsreisen dürften in absehbarer Zeit wieder möglich sein und dem Hotelgewerbe, sowie den Bettwanzen einen geringen aber stetigen Zulauf bescheren. Zumindest eine weltweite Verbreitung der Bettwanzen dürfte aber verringert werden.

Wie sieht die Zukunft der Bettwanze aus?

Wie vieles andere ist die Zukunft der Bettwanze auch hierzulande recht ungewiss. Ein Rückgang der Bekämpfungen ist wahrscheinlich, vollständig ausbleiben werden diese aber wohl nicht. Aktuell (Mai 2020) können wir noch keinen signifikanten Einbruch in den Anfragen zur Bettwanzenbekämpfung sehen.
Oft wird ein Befall mit Bettwanzen aber auch erst einige Zeit nach der Einschleppung bemerkt. So stammen fast alle Fälle, die wir derzeit behandeln aus der Zeit vor Corona (oder unmittelbar danach). In dieser Zeit haben die Bettwanzen mitunter auch schon weitere Wohnungen befallen, ähnlich wie beim Coronavirus entsteht eine Art „Schneeballeffekt“. Die nächsten Monate werden zeigen ob auch die Bettwanze unter dem Coronavirus zu leiden hat und den Schädlingsbekämpfern ein (wichtiges) Tätigkeitsfeld abhanden kommt. Sichere Aussagen lassen sich derzeit noch nicht treffen.

Bettwanzenbefall vor Wiederöffnung erkennen und bekämpfen

Sollten Reisen wieder möglich sein, kann eine vorige Inspektion von Hotelzimmern durch erfahrene Schädlingsbekämpfer ratsam sein. Wird ein Befall vor dem Einzug neuer Gäste erkannt, kann dieser vergleichsweise einfach und ohne weitere Umsatzeinbußen durchgeführt werden. Zudem wird eine erneute Verbreitung der Bettwanzen sicher unterbrochen. Ein Befall mit Bettwanzen ist bei inaktiven Tieren deutlich schwieriger zu erkennen, vor allem wenn es keine große Population gibt, eine Befallsanalyse sollte daher dem Profi überlassen werden.

Kann ich einem Bettwanzenbefall vorbeugen?

Sollte es zeitnah wieder zu Urlaubsreisen und wechselnden Schlafgästen kommen, stellt sich natürlich auch die Frage ob ein Bettwanzenbefall verhindert werden kann. Generell sollte man als Hotelgast sein Gepäck möglichst nicht auf dem Boden verstauen, da die Tiere beim nächtlichen Blutsaugen nicht in die Reisetasche wandern. Zudem kann doppelseitiges Klebeband, um das Bett herum, helfen einzelne Bettwanzen abzufangen. Bei Verdacht auf Bettwanzen sollte das Hotel höflich darauf angesprochen werden und ein Schädlingsbekämpfer das Zimmer überprüfen.
Bei festgestelltem Befall, empfiehlt es sich das Reisegepäck vor Ankunft in den eigenen vier Wänden in einer Wärmekammer oder Sauna zu behandeln. Dadurch werden lebende Tiere und Eier sicher abgetötet. Am Körper selbst können im Übrigen keine Tiere verschleppt werden.
Bettwanzen

Auch Bettwanzen dürften es durch Corona etwas schwerer haben

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