Galileo “XDays”: Drei Tage als Schädlingsbekämpfer-Praktikantin

Wie bereits angekündigt, wollen wir auch kurz unsere Sicht des Galileo-Experiments schildern. Wer den Beitrag noch nicht gesehen hat, kann dies übrigens über folgenden Link nachholen. Grundsätzlich waren wir positiv überrascht von der Arbeit des me.works-Teams, in Zusammenarbeit mit Claire Oelkers von Galileo. Wir hatten uns alles wesentlich stressiger und problematischer vorgestellt. Aber letzten Endes gingen die drei Tage relativ schnell und reibungslos über die Bühne. Auch unsere Kunden waren alle zufrieden und arbeiten auch nach dem Dreh weiterhin mit uns zusammen. Da 20 Minuten Filmmaterial natürlich keine vollen drei Tage wiedergeben können, möchten wir an dieser Stelle noch ein paar Erklärungen zu den gezeigten Arbeiten ergänzen.

Ergänzungen zur Marderaussperrung auf dem Dach

Marderaussperrung aus Sicht der Arbeitsbühne

Wie erwartet sind die Reaktionen von Außenstehenden relativ zwiegespalten. Gerade in den sozialen Netzwerken, wie auf Facebook, herrscht generell viel Kritik, die teilweise berechtigt, teilweise aus Missverständnissen entstanden ist. So hatte unser Techniker bei der Marderaussperrung etwa behauptet, Marder stünden unter Naturschutz und dürften daher nicht von uns getötet werden. Generell stehen zwar alle Tiere unter Naturschutz, aber Marder stehen nicht unter besonderem Schutz, sondern obliegen dem Jagdrecht. Daher schießen wir sie auch nicht, was wir generell auch für übertrieben hielten.

Wir fahren seit Jahren sehr gut mit der Vertreibung und Aussperrung der Marder, was uns direkt zum nächsten Punkt bringt: Natürlich vertreiben wir die Marder erst aus dem Dach, bevor wir dieses abdichten. Dies kam im Beitrag leider nicht wirklich rüber, weshalb ein Facebook-Nutzer zurecht darauf hinwies, dass das Dach nicht einfach so abgedichtet werden dürfe. Wir kontrollieren dies auch vor jeder Aussperrung und haben bis dato auch noch keinen Marder eingesperrt.

Rattenbekämpfung im Keller war erfolgreich

Den Rattenbefall im Keller konnten wir glücklicherweise recht schnell in den Griff bekommen. Wie zu sehen war, wurde der Köder bei der Maßnahme bereits gut angenommen. Eine weitere Kontrolle im Nachhinein bestätigte den Eindruck und wir konnten die Maßnahme beenden. Drei Maßnahmen insgesamt ist für eine Rattenbekämpfung geradezu optimal, oft sind leider wesentlich mehr Bemühungen notwendig.

Einen Befall ohne Abtötung in den Griff zu bekommen ist im Übrigen nur schwer machbar. Die Ratten müsste dazu lebend gefangen werden und anschließend recht weit ausgesetzt werden. Bei einer verirrten Ratte in der Wohnung mag dies mitunter möglich sein. Bei einer Ratte im Außenbereich oder Keller wird es aber sehr wahrscheinlich zu keinem Fangerfolg kommen. Darüber hinaus befinden sich in der Regel mehrere Ratten im Keller, was die Sache erheblich erschwert. Sollte man eine Ratte lebend fangen, wird keine weitere Ratte mehr in die Falle gehen, dafür sind die Tiere zu schlau und misstrauisch.

Taubenkotsanierung und die Begegnung mit der Orientalischen Schabe

Wintergarten nach der Entfernung des Taubenkots

Der Auftrag zur Taubenkotsanierung fand über mehrere Tage statt. Daher konnte auch nur ein kleiner Teil der Arbeit gezeigt werden. Fakt ist, in diesem Zustand war der Wintergarten unbenutzbar. Zwar stören sich einige Leute daran, dass wir den Tauben ihren Lebensraum nehmen. Streng genommen ist der Wintergarten aber Privateigentum und will natürlich genutzt werden. Dies ist in Mitten von Taubenkot allerdings nicht möglich und auch wenn dies nicht alle so sehen, alles andere als gesund.

Die Tauben, die in dem Beitrag zu sehen sind, waren allesamt flugfähig. Wenn man genau hinsieht, kann man auch beobachten wie die Tauben losfliegen. Im Nachhinein (nach der Sanierung) wurden alle Eingangslöcher verschlossen. Die Tauben haben somit keine Möglichkeit mehr in den Wintergarten einzudringen. Andernfalls wäre die Maßnahme nicht sonderlich nachhaltig gewesen.

Die Orientalischen Schaben werden auch weiterhin von uns bekämpft. Eine Maßnahme reicht beim aktuellen Befall nicht aus. Generell werden aber auch bei geringem Befall mehrere Maßnahmen durchgeführt, damit geschlüpfte Nymphen keine neuen Eier (Ootheken) ablegen können.

Bettwanzen wurden erfolgreich durch Hitze abgetötet

Das gefühlte Highlight war die Bettwanzenbekämpfung am letzten Tag. Der Fall war für eine Privatwohnung aufgrund des Ausmaß des Befalls durchaus besonders. In aller Regel lässt sich eine Bettwanzenbefall, in einer Privatwohnung, innerhalb einer Behandlung (ein Tag) in den Griff bekommen. In diesem Fall waren jedoch zwei Tage nötig. Im Beitrag sah man einen Teil des ersten Tages. Unsere Kollegen war noch einen weiteren Tag damit beschäftigt die Bettwanzen mittels Hitze und minimalem Gifteinsatz in die Knie zu zwingen. Bis dato ist keine Bettwanze mehr aufgetaucht, was sowohl uns und vor allem die Bewohnerin sehr erfreut.

Fazit zum Galileo-Experiment

Auch wenn die Vorbereitung immer etwas Arbeit und Überzeugungskraft verlangt, das Endergebnis war (zumindest aus unserer Sicht) durchaus zufriedenstellend. Einige Details haben am Ende zwar gefehlt, allerdings ist es auch relativ schwierig drei Tage passend in 20 Minuten zu pressen. Das nicht jeder ein Freund unseres Berufs ist, können wir nachvollziehen, die Notwendigkeit unserer Arbeit stellen wir allerdings außer Frage. Daher sind wir über (fast) jede Aufmerksamkeit unserer Berufssparte glücklich, auch wenn diese nicht immer positiv aufgenommen wird. Wir hoffen in jedem Fall mit dem Experiment einen kleinen aber verständlichen Einblick in unseren Berufsalltag gewährt zu haben.

Gerne stehen wir jedem für weitere Reaktionen oder Fragen zu unserer Arbeit zur Verfügung.