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Getreidemotte

Getreidemotte – Sitotroga cerealella (Olivier, 1789)

Die Getreidemotte ist ein kleiner, aber wirtschaftlich bedeutender Vorratsschädling, der vor allem Körner und Getreide befällt. Die Falter sind schlank, gelblich-braun und haben lange, gefranste Flügel; die Larven bohren sich ins Korn und entwickeln sich dort geschützt. Bei Fund: befallene Körner aussortieren, Lager gründlich reinigen, Vorräte luftdicht lagern und Pheromonfallen zur Überwachung einsetzen; bei größeren Beständen professionelle Beratung hinzuziehen.

Erkennen des Schädlings mit eindeutigen Bestimmungsmerkmalen

Die erwachsenen Falter sind klein (Körperlänge 5–8 mm, Flügelspannweite ca. 10–18 mm), die Vorderflügel sind gelblich-braun mit vereinzelten dunklen Schuppen, die Hinterflügel grau und stark gefranst; die Gestalt wirkt lanzettlich und seidenartig. Larven sind anfangs rötlich, später gelblich-weiß und erreichen bis zu 6–7 mm; sie leben und fressen innerhalb des Korns, was typische Bohrlöcher und verklumpte Körner verursacht.

Lebensweise der Getreidemotte

Die Getreidemotte durchläuft Ei → Larve → Puppe → Falter; die Larve entwickelt sich im Korninneren, wodurch sie vor äußeren Einflüssen geschützt ist. Entwicklungszeiten sind temperatur- und feuchteabhängig: bei höheren Temperaturen verkürzt sich die Generationsdauer deutlich (Monate bis Wochen).

Nahrung der Adulten und Larven

Nur die Larven ernähren sich von Getreidekörnern (Weizen, Mais, Reis), aber auch von Saatgut und verarbeiteten Körnerprodukten; sie verunreinigen Vorräte durch Kot und Gespinste. Adulte Falter nehmen kaum Nahrung auf und dienen primär der Fortpflanzung.

Wie vermehren sich die Tiere?

Weibchen legen Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an die Kornoberfläche; ein Weibchen kann mehrere hundert Eier ablegen, die Schlupfrate und Überlebensrate hängen stark von Lagerbedingungen ab. Dadurch sind rasche Populationsanstiege möglich, wenn Lagerhygiene fehlt.

Lebensraum der Getreidemotte: Ursprung und ökologische Nische

Die Getreidemotte ist weltweit verbreitet und besonders in Mühlen, Silos, Lagerhäusern, Bäckereien und Haushalten mit Getreidevorräten zu finden. Ihre ökologische Nische ist geschütztes, trockenes Getreide in menschlichen Lagern, wo sie optimale Bedingungen für Entwicklung und Vermehrung findet.

Natürliche Feinde der Getreidemotte

In Freiland und großen Lagerstätten regulieren Parasitoide (Schlupfwespen) und räuberische Insekten die Population; in geschlossenen Lagern sind diese natürlichen Feinde jedoch oft nicht präsent, weshalb Monitoring und gezielte Maßnahmen nötig sind.

Probleme für den Menschen

Befall führt zu Warenverlust, Qualitätsminderung, Verklumpungen und Kontamination von Getreidebeständen sowie zu wirtschaftlichen Schäden in der Lebensmittelproduktion und -lagerung.

Bekämpfung: Maßnahmen (ökologisch priorisiert)

Vorbeugend: Saubere Lagerhaltung, regelmäßige Kontrolle, Lagerung in luftdichten Behältern und Temperatur-/Feuchteüberwachung reduzieren das Risiko eines Befalls. Monitoring: Pheromonfallen zeigen Flugaktivität und helfen bei der Entscheidungsfindung. Physikalisch: Befallenes Korn aussortieren; kleine Chargen thermisch behandeln oder einfrieren, in gewerblichen Anlagen Trocknung und Temperierung einsetzen. Biologisch: In großen Lagern kann der gezielte Einsatz von Parasitoiden Teil eines integrierten Konzepts sein; dies erfordert fachliche Planung und Monitoring. Chemisch: Insektizide nur als letztes Mittel und durch zugelassene Fachbetriebe einsetzen; Rückstände und Zulassung beachten.

Dauerhafter Entzug der Lebensgrundlage

Langfristig verhindert man Befall durch konsequente Hygiene, luftdichte Lagerung, Temperatur- und Feuchtekontrolle sowie kontinuierliches Monitoring; in gewerblichen Anlagen ergänzen bauliche Maßnahmen und integrierte Schädlingsmanagement-Konzepte die Prävention.

Quellenverzeichnis

  1. / Schädlingskunde.de: Getreidemotte – Sitotroga cerealella — https://schaedlingskunde.de/schaedlinge/steckbriefe/schmetterlinge/getreidemotte-sitotroga-cerealella/getreidemotte-sitotroga-cerealella/ .
  2. oekolandbau.de: Getreidemotte (Sitotroga cerealella) — https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/…/getreidemotte-sitotroga-cerealella Das Informationsportal zum ökologischen Landbau.
  3. Gesundheitsamt Baden-Württemberg: Getreidemotte – Information (PDF) .
  4. Biebl Söhne: GETREIDEMOTTE (Sitotroga cerealella) – Fachblatt (PDF) — https://bieblsoehne.de/…/03_Getreidemotte.pdf Biebl & Söhne.
  5. Patronus / Fachartikel: Getreidemotte erkennen und bekämpfen — https://patronus-shop.de/blog/getreidemotte-erkennen-und-bekaempfen/ patronus-shop.de.

Fotos:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6b/Sitotroga_cerealella_Piazzo_06.jpg

Syrio, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons