Rote Vogelmilbe – Merkmale, Lebensweise und Gesundheitsrisiken
Die Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) ist ein blutsaugender Parasit, der vor allem Vögel wie Tauben, Hühner oder Gänse befällt. Besonders in der Nähe von Geflügelhaltungen oder Vogelnestern tritt diese Milbe häufig in großer Zahl auf.
Wirtstiere der Roten Vogelmilbe
Obwohl die Rote Vogelmilbe bevorzugt Vogelblut saugt, kann sie bei fehlenden Wirten auch Säugetiere wie Hunde, Katzen oder den Menschen befallen. Zwar ist die Aufnahme von Säugetierblut möglich, für die Fortpflanzung sind die weiblichen Milben jedoch zwingend auf Vögel als Wirtstiere angewiesen.
Aussehen und Bestimmung der Roten Vogelmilbe
Wie alle Milben besitzt auch die Rote Vogelmilbe acht Beine und zählt damit zu den Spinnentieren – nicht zu den Insekten. Ihr Körper ist eiförmig und im nüchternen Zustand eher hell gefärbt.
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Männchen erreichen eine Körperlänge von etwa 0,6 mm
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Weibchen werden bis zu 2 mm groß, insbesondere nach der Blutaufnahme
Nach dem Blutsaugen färbt sich der Körper der Milben charakteristisch rötlich, was ihr den Namen gibt.
Lebensweise und Vermehrung
Die R. Vogelmilbe ist nachtaktiv. Sie sucht ihre Wirte meist nur für ein bis zwei Stunden auf, um Blut zu saugen. Tagsüber verstecken sich die Milben in Ritzen, Spalten und anderen schwer zugänglichen Verstecken in der Umgebung der Nester oder Ställe. Unter optimalen Bedingungen kann ihr Lebenszyklus bereits innerhalb einer Woche abgeschlossen sein, was eine schnelle Massenvermehrung begünstigt.
Rote Vogelmilbe als Hygiene- und Gesundheitsschädling
Beim Blutsaugen gibt die R. Vogelmilbe ein Speicheldrüsensekret in die Einstichstelle ab. Dieses wirkt lokal betäubend, zersetzt Gewebe und hemmt die Blutgerinnung. Beim Menschen kann dies zu starkem Juckreiz, Hautrötungen und entzündlichen Reaktionen führen.
Darüber hinaus steht die Rote Vogelmilbe im Verdacht, Krankheitserreger zu übertragen. Aus diesem Grund gilt Dermanyssus gallinae als ernstzunehmender Hygieneschädling, der insbesondere in Wohngebäuden und Geflügelhaltungen nicht unterschätzt werden sollte.

