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Taubenkotsanierung – Durchführung der Arbeit

Taubenkotsanierung

Durchführung der Arbeit

Bei der Sanierung von mit Taubenkot belasteten Gebäuden müssen wir die Vorgaben der DGUV-I_201-031 (BGI 892)_Taubenkot – bgbau-medien.de

Einhalten. Hier sind die notwendigen Arbeitsschutzmassnahmen zusammengefasst.

Taubenkot-Sanierungen in Kirchen- und Dachstühlen

Hochbelastete Spezialarbeiten mit erheblichem Gesundheits- und Sicherheitsrisiko
Sanierungen von massiv verschmutzten Dachstühlen – besonders in historischen Kirchen – gehören zu den gefährlichsten und körperlich härtesten Arbeiten im Bereich der Schädlingsbekämpfung und Gebäudereinigung.

Sie verbinden:

  • extreme biologische Belastungen
  • Absturz- und Durchsturzgefahren
  • enge, dunkle, schwer zugängliche Arbeitsräume
  • hohen Staubanteil
  • enorme körperliche Anstrengung
  • Denkmalschutzanforderungen

Taubenkot kann über Jahrzehnte in Schichten von 10–50 cm und mehreren Tonnen Gewicht akkumulieren. Oft liegt darunter marodes Holz, loses Gebälk, verfaulte Balken, offene Kabelkanäle und brüchige Deckenfelder.

Warum diese Arbeiten so gefährlich sind

Taubenkot ist nicht „nur Schmutz“. Er ist ein hochgefährlicher biologischer Gefahrstoff.

Enthalten sein können:

  • Cryptococcus neoformans (Hefepilz → Kryptokokkose, Meningitis)
  • Histoplasma capsulatum (→ Histoplasmose, schwere Lungenentzündung)
  • Chlamydia psittaci (→ Ornithose/Psittakose, meldepflichtig, lebensgefährlich)
  • Salmonella spp.
  • Campylobacter spp.
  • Schimmelpilzsporen
  • Ammoniak, Harnsäurestaub
  • Endotoxine

Zusätzlich treten häufig auf:

  • Taubenzecken (Argas reflexus)
    → schwere allergische Reaktionen, anaphylaktischer Schock möglich
  • Federlinge, Milben
  • Parasitenstadien im Staub

Beim Aufwirbeln von trockenem Kot entsteht ein aerosolierter Feinstaub, der bei Einatmung tief in die Lungen gelangt. Ohne Schutz kann das zu dauerhaften Lungenschäden oder lebensbedrohlichen Infektionen führen.

Erforderliche persönliche Schutzausrüstung (PSA)

(Begründet durch die realen Gefahren)

Atemschutz – unverzichtbar, lebenswichtig

Gebläseunterstützter Atemschutz mit P3-Filter oder Vollmaske mit P3-Filter

Begründung:

  • Schutz vor Pilzsporen, Bakterien, Harnsäurepartikeln
  • Schutz vor aerosolisiertem Taubenkot
  • Schutz vor Ammoniak- und Staubgasen

Hinweis: Ein einfacher Staubschutz oder FFP2 ist absolut unzureichend.

Körperschutz

  • Einwegoverall (Typ 5/6 oder höher)
  • Handschuhe (Nitril oder Chemikalienschutzhandschuhe)
  • Sicherheitsschuhe mit durchtrittsicherer Sohle

Begründung:

  • Kot ist keimbelastet und kann Hautinfektionen verursachen
  • Kotmasse enthält oft scharfkantige Materialien (Knochen, Steine, Metallteile)
  • Durchtrittsgefahr durch morsches Holz, Nägel, Balken

Augen- und Gesichtsschutz

Vollsichtbrille oder Visier

Begründung: Vermeidung von Schleimhautkontakt mit infektiösem Staub

Kopfschutz bei der Taubenkotsanierung

Schutzhelm

Begründung:

  • häufig lose Dachziegel
  • herabfallende Balkenteile
  • niedrige Durchgänge, verwinkelte Sparren

Absturz- und Durchsturzsicherung

  • Auffanggurte und Seilsicherung
  • Lastverteilung (Arbeitsbohlen)
  • Statikbewertung des Dachbodens

Begründung:

Kirchendachstühle sind oft:

100–500 Jahre alt

  • durch Kot und Feuchtigkeit beschädigt
  • mit verdeckten Fehlstellen
  • Ein Durchsturz durch die Kirchendecke kann tödlich enden.

Staubvermeidung und Arbeitsorganisation

Pflichtmaßnahmen:

  • Befeuchten der Kotmassen zur Staubbindung
  • Einsatz von Industriesaugern mit H-Klasse-Filter (HEPA)
  • geschlossene Entsorgungssysteme
  • Absperrung des Arbeitsbereichs
  • Unterdruckhaltung, wenn möglich

Begründung: Nur so lässt sich die massive Sporenbelastung reduzieren.

Arbeitsdurchführung – warum sie so anspruchsvoll ist

Die Arbeit ist:

  • körperlich extrem anstrengend
  • heiß (unter Dach oft 40–60°C)
  • schlecht belüftet
  • eng, kriechend, kniend, liegend
  • dunkel
  • geruchsintensiv (Ammoniak, Fäulnis)

Der Arbeiter ist stundenlang:

  • in Vollschutz
  • mit Atemgerät
  • bei hoher körperlicher Belastung

Das führt zu:

  • schneller Erschöpfung
  • hoher Herz-Kreislauf-Belastung
  • Dehydrierung
  • Hitzestress

Psychische Belastung

Nicht zu unterschätzen:

  • Enge und Dunkelheit
  • Arbeiten in Höhe
  • Ekel durch Kot, verendete Tiere, Parasiten
  • ständiges Gesundheitsrisiko

Viele Menschen sind psychisch nicht in der Lage, diese Arbeit auszuführen.

Entsorgung

Taubenkot gilt als kontaminierter Abfall und muss:

  • staubarm gesammelt
  • doppelt verpackt
  • gemäß örtlicher Vorschriften entsorgt werden
  • Große Mengen können tonnenweise per BigBag abgefahren werden.

Warum Taubensanierung Respekt verdient

Diese Tätigkeit ist kein „Putzen“. Sie ist eine professionelle Gefahrstoffarbeit, vergleichbar mit:

Asbestsanierung

Schimmelraum-Räumung

Gefahrstoffdekontamination

Die Arbeiter tragen Verantwortung für:

  • ihre eigene Gesundheit
  • die der Kirchenbesucher
  • den Erhalt historischer Bausubstanz

Ein Fehler kann:

  • Infektionen auslösen
  • zu Absturz oder Durchsturz führen
  • den Denkmalschutz massiv schädigen

Kernaussage zur Taubenkotsanierung

Taubenkot-Sanierungen sind hochgefährliche Spezialarbeiten, bei denen ausgebildete Fachkräfte unter strengem Arbeitsschutz unter extremen Bedingungen arbeiten.

Sie verdienen hohen Respekt – körperlich, fachlich und gesundheitlich.