Wespen-Saison 2019: Unsere Prognose für dieses Jahr


Wespenpopulation schwankt von Jahr zu Jahr

Es gibt saisonale Schädlinge, die je nach Jahr vermehrt auftreten oder auch mal nahezu ausbleiben. Eichenprozessionsspinner, Waldschaben und natürlich Wespen gehören definitiv zu dieser Kategorie. Während wir in den letzten beiden Jahren sehr viele Wespennester entfernen mussten, hatten wir 2012 beispielsweise ein sehr schwaches Jahr.

Hornissen hatten 2018 ein Rekordjahr

2018 beobachteten wir eine erfreuliche Entwicklung: Ein überproportional starkes Aufkommen an Hornissennestern. Die besonders geschützte Art darf nur mit einer Ausnahmegenehmigung umgesiedelt oder bekämpft werden. Das letzte Jahr bescherte uns ein Rekordjahr an Hornissennester, was auf einen Anstieg der Population, auch in den kommenden Jahren, hoffen lässt.

Trockener Sommer 2018 begünstigte Wespennester

Generell war der trockene Sommer im letzten Jahr ein vorteilhafter Sommer für viele Insekten. Zwar mangelte es an Wasser, allerdings sind die meisten Insekten nicht so stark darauf angewiesen. Regen hingegen verhindert die Flugfähigkeit von Wespen, was wiederum bedeutet, dass die Tiere festsitzen und weder Nahrung noch Material zum Nestbau einsammeln können.

2019 voraussichtlich ein schwaches Jahr für Wespen

Tendenziell bedeutet Regen also weniger Wespennester. Ein Rückblick auf die letzten Jahre zeigt auch, dass regenreiche Frühjahre oft zu wenig Wespennestern führten. Dies als einzigen Faktor für die Wespenpopulation heranzuziehen, ist sicherlich etwas zu kurz gegriffen. Allerdings ist es als Indikator durchaus in Erwägung zu ziehen.

Einige Wespennester sind 2019 bereits abgestorben

Der oben beschriebene Eindruck bestätigt sich derzeit leider was viele Wespennester im Anfangsstadium angeht. Bis dato haben wir nur sehr wenige Anrufe bezüglich Wespen erhalten. Üblicherweise gibt es zu dieser Zeit jedoch schon viele aufmerksame Kunden, die fliegende Arbeiter und die dazugehörigen Nester entdeckt haben. Darüber hinaus sind einige Nester durch den Regen bereits verschimmelt oder regelrecht weggespült worden.

hornisse

Hornissen bildeten 2018 überdurchschnittliche viele Nester

Wespenkönigin ist im Frühjahr auf sich gestellt

Da die Wespenkönigin zu Jahresbeginn auf sich alleine gestellt ist, kann es mit einem Wespennest oft vorbei sein, bevor es richtig angefangen hat. So sind die Nester nicht nur sehr klein und anfällig für äußere Gefahren, auch die Königin kann auf keine Unterstützung durch ihre Arbeiter zählen. Stirbt Sie in dieser frühen Phase, kann erst gar keine Wespenpoulation entstehen. Sind die ersten Arbeiter erst einmal erfolgreich aufgezogen, ist die Chance ein ganzjähriges Volk aufzubauen enorm gestiegen. Leider scheint es in recht vielen Fällen dieses Jahr erst gar nicht so weit gekommen zu sein.

Regen und Kälte kamen zu ungünstigem Zeitpunkt

Ein Grund hierfür ist die plötzliche Kälte und der anhaltende Regen im Mai. Nachdem es im April bereits sehr warm wurde, sind voraussichtlich viele Wespenköniginnen aus ihrem Winterschlaf erwacht. In der Nestbauphase wurde es jedoch relativ schnell noch einmal kalt und vor allem sehr regnerisch. Dies könnte dazu geführt haben, dass viele Königinnen die entscheidende erste Zeit im Frühjahr scheinbar nicht überlebt haben.

Juni und Juli bilden meist die Hochphase für Wespen

Wirklich aussagekräftig werden aber wohl erst der Juni und Juli sein. Dann wird sich zeigen wie viele Wespennester das Frühjahr überlebt haben und nun zu ausgewachsenen Wespenvölkern heranreifen. Vielen Menschen fallen die Nester auch erst dann auf, da erst ab einer gewissen Anzahl an Arbeitern ein wiederkehrender Flugverkehr beobachtet wird. Zudem gehen die kleinen Wespennester im Anfangsstadium oft unter, vor allem wenn sie im Dachbereich gebaut werden. Auch der typische Standort Rollladenkasten fällt oft erst auf, wenn mehrere Wespen den ganzen Tag über ein- und ausfliegen (vor allem bei berufstätigen Menschen).

Beratung bei Wepennestern am Haus

Sollte es soweit kommen und sie haben ein Nest am Haus oder gar im Rollladenkasten, können wir ihnen gerne zur Seite stehen. Am Telefon können wir sie beraten ob akuter Handlungsbedarf besteht oder die Nester eventuell sogar bleiben können. Bei gut erreichbaren Wespennestern bietet sich eine Umsiedlung an, aber auch schwer erreichbare Nester können eventuell mit Hilfe unserer Arbeitsbühne erreicht werden. So oder so freuen wir uns auf ihren Anruf und blicken gespannt auf die Entwicklung der Wespen in diesem Jahr.

(Daniel Altmann, Darmstadt, 27.05.2019)
Kleinlogel Schädlingsbekämpfung

Wespen könnten 2019 kaum am Kuchentisch auftauchen