Große Zitterspinne Pholcus phalangioides (Fuesslin, 1775)
die Große Zitter spinnePholcus phalangioides ist eine schlanke Webspinne mit sehr langen Beinen und einem kleinen, länglichen Körper. Sie baut unregelmäßige, lockere Netze in Gebäuden und ist häufig in Kellern, Garagen, Dachstühlen und Wohnungen anzutreffen. Die Art ist für Menschen ungiftig und nützlich, weil sie Fliegen, Mücken und andere Kleininsekten frisst. Bei Bedarf lassen sich einzelne Tiere sicher mit einem Glas und einer Karte umsiedeln oder mit einem Staubsauger aufnehmen.
Erkennen des Schädlings mit eindeutigen Bestimmungsmerkmalen
Körpergröße: Körperlänge 4–8 mm (Weibchen meist größer). Beine: sehr lang und dünn; Beinspannweite deutlich größer als Körper. Farbe: hellgrau bis bräunlich, oft mit dunkleren Zeichnungen am Hinterleib. Netz: unregelmäßiges, flaches Gespinst in Ecken und Nischen. Das typische Zitterverhalten bei Störung ist ein diagnostisches Merkmal.
Lebensweise der Zitterspinne
Die Art ist standorttreu und lebt synanthrop (mit Menschen verbunden). Aktivität vor allem nachts; tagsüber ruhen die Tiere in Netzen. In temperierten Innenräumen können sie ganzjährig auftreten und sich kontinuierlich vermehren. Außen kommen sie in geschützten Mauerspalten und Höhlen vor.
Von was ernähren sich die adulten Tiere und Jungtiere
Ernährung: Räuberisch; fressen vor allem kleine Fluginsekten, Mücken, Trauermücken, Fruchtfliegen und gelegentlich andere Spinnen. Es gibt keine Larvenstadien — Jungtiere sind kleine, voll entwickelte Spinnen, die ebenfalls räuberisch sind.
Wie vermehren sich die Tiere?
Weibchen legen Eikokons mit mehreren Dutzend Eiern in ihrem Netz ab und bewachen diese. Nach dem Schlupf verbleiben Jungtiere zunächst in der Nähe des Kokons, bevor sie sich verteilen. Paarung und Kokonablage erfolgen in geschützten Netznischen.
Wie viele Nachkommen können sie entwickeln
Ein Eikokon enthält typischerweise mehrere Dutzend Eier; pro Jahr können mehrere Kokons entstehen, sodass eine Population in günstigen Innenräumen rasch wächst. Die Überlebensrate variiert stark mit Nahrung und Störungsgrad.
Lebensraum der Zitterspinne
Ursprung und Verbreitung: Vermutlich ursprünglich wärmere Regionen; heute kosmopolitisch verbreitet und in Europa sowie weltweit in Gebäuden etabliert.
Ökologische Nische: Synanthrope Nischen in Gebäuden: Keller, Garagen, Dachböden, Ecken von Wohnräumen, aber auch Schuppen und Gewächshäuser.
Welche natürlichen Feinde hat die Zitterspinne?
Fressfeinde sind Vögel, andere Spinnen, Laufkäfer und parasitische Wespen; in Innenräumen spielen räuberische Insekten und Menschen die größte Rolle.
Welche Probleme macht er dem Menschen?
Meist keine gesundheitlichen Risiken; Probleme sind psychologische Belastung (Ekel), gelegentliche Verunreinigung durch Netze und Ansammlung in Wohnräumen. Bisse sind extrem selten und nicht gefährlich.
Wie kann man ihn bekämpfen
Umweltfreundliche Maßnahmen (Priorität):
- Abdichten von Ritzen und Fensterlaibungen; Lichtquellen reduzieren, die Insekten anziehen. (dauerhaft wirksam).
- Mechanische Entfernung: Absaugen der Netze und Umsiedeln einzelner Tiere mit Glas/Karte.
- Habitatmanagement: Keller trocken halten, Lebensmittelreste und stehendes Wasser entfernen, Insektenquellen reduzieren.
Weitere Maßnahmen:
- Biologische Kontrolle durch Förderung natürlicher Feinde in Außenbereichen.
- Chemische Maßnahmen nur bei massenhaftem Befall und durch Fachbetrieb; Insektizide sind selten nötig und haben Nebenwirkungen.
Wie kann man dem Schädling die Lebensgrundlage dauerhaft entziehen
Kombination aus dauerhafter Abdichtung von Eintrittsstellen, Reduktion der Insektenbeute (Sauberkeit, Lichtmanagement) und regelmäßiger Entfernung von Netzen führt langfristig zur Reduktion von Populationen in Wohnbereichen.
Quellenverzeichnis
, Pholcus phalangioides. Große Zitterspinne – Pholcus phalangioides /
Wikipedia — Große Zitterspinne Pholcus phalangioides. https://de.wikipedia.org/wiki/Pholcus_phalangioides
NABU — Große Zitterspinne. Die Große Zitterspinne – NABU
Foto: https://upl Sven Siegmund, Public domain, via Wikimedia Commons
Sven Siegmund, Public domain, via Wikimedia Commons

