Mauerseglerlausfliege – Crataerina pallida (Latreille, 1812)
ist eine dorso-ventral abgeflachte Lausfliege, die als Ektoparasit vorrangig an Mauerseglern lebt; Sichtungen in Gebäuden deuten fast immer auf nahe Nistplätze der Vögel hin. Was Sie tun können: Nistplätze prüfen, Zugänge zu Wohnräumen abdichten und bei Bedarf fachliche Beratung zur Nistplatz- und Parasitenbetreuung einholen.
Erkennen des Schädlings mit eindeutigen Bestimmungsmerkmalen
Merkmale: Crataerina pallida erreicht vor dem Fressen eine Länge von etwa 6 bis 8 mm, mit Blut vollgesogen bis knapp 10 mm; der Körper ist stark dorsoventral abgeflacht, schmutzig graubraun und mit kräftigen Beinen zum Festhalten im Gefieder ausgestattet. Die Flügel sind reduziert oder verkürzt; sie unterscheidet sich deutlich von frei fliegenden Fliegen.
Lebensweise des Schädlings
Lebensweise: Die Art ist ein obligater Gefiederparasit des Mauerseglers (Apus apus), seltener ist er auch auf Schwalben zu finden. Adulte Tiere leben überwiegend im Gefieder ihres Wirts, verlassen ihn nur selten und nutzen Nester und Nestumgebung als Kontakt- und Vermehrungsraum. Überwinterung und Übertragung erfolgen über den Wirtskontakt und in Nestnähe Deutschlands Natur.
Von was ernähren sich die adulten Tiere und Larven?
Ernährung: Die Erwachsenen saugen Blut vom Wirtsvogel; die Larvenentwicklung ist bei Lausfliegen typischerweise vivipar (Larven werden intrauterin entwickelt und als Puppe abgelegt), sodass die Larven nicht frei im Nest nach Nahrung suchen, sondern sich an den Wirtskreislauf anpassen.
Wie vermehren sich die Tiere?
Fortpflanzung: Weibchen produzieren wenige, aber gut entwickelte Larven, die sich schnell verpuppen; die Reproduktionsrate ist an den Brutzyklus des Wirts gekoppelt, wodurch Populationsdynamik lokal stark von Wirtsdichte und Brutzeit abhängt.
Wie viele Nachkommen können sie entwickeln
Die Stückzahlen pro Weibchen sind moderat und deutlich geringer als bei freilebenden Fliegen; genaue Zahlen variieren, sind aber durch die vivipare Entwicklung und enge Kopplung an Wirtsbruten begrenzt.
Lebensraum Herkunft und ökologische Nische
Verbreitung: Europaweit dort, wo Mauersegler brüten; die Art ist wirtsgebunden und kommt in Städten und Siedlungen vor, wenn geeignete Nistplätze vorhanden sind. Ökologisch ist C. pallida spezialisiert auf das Leben im Gefieder und die Nestumgebung des Mauerseglers.
Natürliche Feinde
Natürliche Feinde sind begrenzt; Räuber und Parasiten, die Nester oder Regenwürmer betreffen, spielen eine Rolle, ebenso mechanische Entfernung durch Wirtsverhalten (Gefiederpflege). In Gebäuden sind natürliche Feinde kaum wirksam zur Populationskontrolle.
Welche Probleme macht er dem Menschen?
Direkte Gesundheitsgefahren sind gering; relevant sind Belästigung bei engem Kontakt zu Nestplätzen, hygienische Fragen und mögliche Hautreizungen bei Menschen in unmittelbarer Nestnähe. Sichtungen deuten auf Vogelbruten an Gebäuden hin und erfordern meist eine Vogel- und Nestbetrachtung.
Wie kann man ihn bekämpfen
Maßnahmen: Priorität hat präventive, rechtlich und ökologisch korrekte Vogel- und Gebäudemanagementarbeit: Nistplätze fachgerecht betreuen, Nistkästen nur nach Rücksprache mit Vogelschutzstellen reinigen oder versetzen, bauliche Abdichtung von Dachöffnungen und Rollladenkästen, um Eindringen von Mauerseglern zu verhindern. Direkte chemische Bekämpfung der Fliegen ist wegen Vogelschutzrecht und Wirtsbindung nur in Ausnahmefällen und durch Fachpersonal zulässig.
Quellenverzeichnis
- : Mauerseglerlausfliege Crataerina pallida — Steckbrief und Bekämpfung .
- Wikipedia: Mauerseglerlausfliege Crataerina pallida Wikipedia.
- Deutschlands-Natur.de: Mauerseglerlausfliege (Artbeschreibung und Ökologie) Deutschlands Natur.
- Zobodat / Fachartikel: Bemerkungen zur Mauerseglerlausfliege (wissenschaftliche Notizen) Zobodat.
Foto: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7f/CrataerhinaPallida.jpg
Wolfgang Kairat, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons

