Die Mehlmilbe Acarus siro Linnaeus, 1758
Die Mehlmilbe ist eine sehr kleine, weißlich-rötliche Vorratsmilbe, die sich vor allem in feuchten, schlecht gelagerten Mehl- und Getreideprodukten, Futtermitteln und Backwaren vermehrt. Sichtbar wird Befall meist erst bei Massenauftreten (Verklumpungen, muffiger Geruch). Bei Verdacht Ware sofort isolieren, Lagerbedingungen prüfen (Feuchte/Temperatur) und reinigen.
Erkennen des Schädlings mit eindeutigen Bestimmungsmerkmalen
Größe: ca. 0,45–0,7 mm; Form: oval, gedrungen; Farbe: weißlich bis leicht rötlich; am Hinterende zwei Paar längere Schwanzhaare; erwachsene Stadien besitzen vier Beinpaare (wie alle Spinnentiere). Sichtbar meist nur bei Massenbefall.
Lebensweise des Schädlings
Mehlmilben bevorzugen hohe relative Luftfeuchte (≈ 60–90 %) und moderate Temperaturen (optimal 20–27 °C). Entwicklungszyklus: Ei → Larve → mehrere Nymphenstadien → Adult; unter optimalen Bedingungen kann die Entwicklung in ca. 2–3 Wochen erfolgen. Bei Trockenheit sterben sie ab oder überdauern als Dauernymphen.
Von was ernähren sich die adulten Tiere und Larven?
Nahrung: Mehl, Getreide, Flocken, Futtermittel, Backwaren; besonders attraktiv sind feucht-geschädigte, schimmelige Produkte, da Schimmelpilze Nährstoffe aufschließen. Befallene Ware verliert Qualität und kann gesundheitliche Risiken bergen.
Wie vermehren sich die Mehlmilbe?
Weibchen legen 20–40 Eier direkt auf das Substrat; aus den Eiern schlüpfen Larven, die nach mehreren Häutungen zu Nymphen und dann zu adulten Milben werden. Bei günstigen Bedingungen kommt es zu raschem Populationsanstieg.
Wie viele Nachkommen können sie entwickeln
Pro Weibchen mehrere Dutzend Eier; in feuchten, warmen Lagern führt das zu explosionsartiger Vermehrung und großflächigem Befall.
Lebensraum der Mehlmilbe
Ursprung/Verbreitung: weltweit in Vorratslagern, Mühlen, Bäckereien, Futtermittellagern und Privathaushalten verbreitet. Ökologische Nische: feuchte, schlecht belüftete Vorräte und Orte mit Schimmelbildung.
Natürliche Feinde der Mehlmilbe
Räuberische Milben, Raubinsekten und bestimmte Nematoden können Milben reduzieren; in Innenräumen ist der natürliche Feinddruck jedoch meist gering.
Welche Probleme macht er dem Menschen?
Qualitäts- und wirtschaftliche Verluste bei Lebensmitteln; bei Kontakt oder Einatmung stark kontaminierter Produkte können Hautreizungen, Magen-Darm-Beschwerden oder allergische Reaktionen auftreten.
Wie kann man die Mehlmilbe bekämpfen?
Ökologische / präventive Maßnahmen (Priorität): Feuchte senken, Lager gut belüften, kühl und trocken lagern, kurze Lagerzeiten, regelmäßige Reinigung, befallene Ware entsorgen oder technisch trocknen/einfrieren; Monitoring durch Sichtkontrolle. Weitere Maßnahmen: gezielte Wärme- oder Kältebehandlungen in Industrieanlagen; chemische Maßnahmen nur nach Abwägung und durch Fachpersonal.
Dauerhafte Entziehung der Lebensgrundlage
Schlüsselmaßnahmen: dauerhaft niedrige Luftfeuchte (<60 % r. F.), kühle Lagerung, Hygiene (kein Schimmel), luftdichte Verpackung und regelmäßiges Monitoring verhindern Wiederansiedlung.
Quellenverzeichnis
- Mehlmilbe – Acarus siro. Schädlingkunde / . Mehlmilbe – Acarus siro /
- Vorrats-/Futtermilben (inkl. Acarus siro). Gesundheitsamt Baden-Württemberg – Informationsseite zu Vorratsmilben. https://www.gesundheitsamt-bw.de/fileadmin/LGA/_DocumentLibraries/SiteCollectionDocuments/01_Themen/Laestlinge/Vorrats_oder_Futtermilben_Information.pdf
Foto: Nur bei Schädlingskunde (Dr. Felke ist Eigentümer) Foto von Mehlmilbe gefunden und bei Quelle 2
Sonst nur allg. Fotos von Milben

