Pharaoameise – Monomorium pharaonis (Linnaeus, 1758)
Die Pharaoameise ist eine sehr kleine, hellbraun bis bernsteinfarbene Ameisenart (Arbeiterinnen ≈ 1,5–2,5 mm). Da die Tiere für ihre Entwicklung gleichbleibend hohe Temperaturen benötigen, sind ihre Nester oft in der Nähe von Wärmequellen, wie Warmwasserleitungen und Rohren von Zentralheizungen zu finden. Auch vor elektrischen Geräten machen sie nicht halt (Fernseher, Computer, Steckdosen). Hier können sich große Kolonien mit zahlreichen Königinnen bilden.
Ein besonderes hygienisches Risiko besteht in sensiblen Bereichen, wie Lebensmittelbetrieben und Krankenhäusern. Dort können Nahrungsmittel verunreinigt und Krankheitserreger übertragen werden.
Vorbeugend sollten Sie Feucht- und Wärmequellen prüfen, Nahrungszugänge verschließen, Vorräte sicher lagern und bei Sichtung einen fachkundigen Schädlingsbekämpfer einschalten. Dieser wird die genauen Umstände prüfen und bei gesichertem Befall ein Köderbekämpfung durchführen. Diese Methode ist effektiv und umweltschonend, muss aber mehrmals durchgeführt werden.
Erkennen der Pharaoameise mit eindeutigen Bestimmungsmerkmalen
- Arbeiterinnen sehr klein, etwa 1,5–2,5 mm; Königinnen bis ca. 4 mm, Männchen ähnlich klein .
- Färbung: überwiegend hellgelb bis bernsteinfarben, der Hinterleib kann dunkler erscheinen; Gesamterscheinung zart und schlank Umweltbundesamt.
- Morphologie: Zu den Knotenameisen (Myrmicinae) gehörend, mit zwei Stielchengliedern (Petiolus und Postpetiolus) zwischen Mesosoma und Gaster und Fühlern mit 12 Segmenten, mit 2-gliedriger Keule (taxonomisch wichtige Merkmale, unter einem Binokular erkennbar)
- Auffälliges Verhalten: Arbeiter bilden sehr schmale Laufstraßen und sind oft in Küchen, Vorratsräumen, Wänden und Hohlräumen des Gebäudes zu finden .
Lebensweise des Schädlings
Pharaoameisen leben typischerweise in warmen, feuchten oder wenigstens temperierten Innenräumen; sie bilden polygine Kolonien (viele Königinnen) und zeigen hilfsbereites Kolonieverhalten, das das Umsiedeln von Nestern und die Bildung zahlreicher Teilkolonien (budding/Schwärmung innerhalb von Gebäuden) erleichtert. Dadurch sind sie besonders hartnäckig in großen Gebäuden und Betrieben mit kontinuierlicher Wärmeversorgung.
Von was ernähren sich die adulten Tiere und Larven?
Adulte Arbeiterinnen sind opportunistische Allesfresser: Sie nehmen sowohl zuckerhaltige Substrate (Honigtau, Zucker, Sirupe) als auch eiweißreiche Nahrungsquellen (Fleischreste, Proteine) an; bei der Nahrungswahl zeigen sie deutliche Präferenzen, die je nach Koloniephase und Jahreszeit wechseln können . Larven benötigen proteinreiche Nahrung für Wachstum und werden von den Arbeiterinnen gezielt mit Proteinfutter versorgt .
Wie vermehren sich die Tiere?
Pharaoameisen vermehren sich nicht primär durch einzelne weite Hochzeitsflüge, sondern durch kolonieinterne Teilung und lokale Ausbreitung; vorhandene Königinnen bleiben oft im Nest. Bei Störungen teilen sich Kolonien in mehrere Teilkolonien, wobei mehrere Königinnen in jedem Teil verbleiben können (polygynes System). Dieses Verhalten erklärt auch, warum die Tiere sehr schnell an verschiedenen neuen Stellen im Gebäude auftreten können.
Quellen: Umweltbundesamt.
Wie viele Nachkommen können sie entwickeln
Pharaoameisenkolonien können sehr groß und produktiv werden: Nestverbände erreichen mehrere tausend Arbeiter und charakteristisch sind hunderte bis tausende Königinnen in stark etablierten Populationen, wodurch die Reproduktionsleistung und Resilienz gegenüber lokalen Störungen hoch ist
Lebensraum der Pharaoameise
Wo kommt der Schädling ursprünglich her und wo lebt er jetzt?
Die Pharaoameise hat eine pantropisch verbreitete, synanthrope Verbreitung und ist heute weltweit in beheizten Gebäuden anzutreffen. Ursprünglich aus wärmeren Regionen stammend, hat sich die Art aber durch den Menschen erfolgreich in Innenräumen etabliert und kommt in Mitteleuropa hauptsächlich in Gebäuden vor, die ganzjährig temperiert sind
Welche ökologische Nische nutzt er?
Monomorium pharaonis ist eine typisch wärmeliebende Art, bei uns in Gebäuden, die geringe Mikrospalten, Wandhohlräume, Fußbodenhohlräume, Geräte, Rohrverläufe und Speisefächer als Nistplätze nutzt. Sie profitiert dort von den konstanten Temperaturen und zahlreichen Nahrungsquellen.
Welche natürlichen Feinde hat er?
Außerhalb von Gebäuden kommen räuberische Insekten, Spinnen und Vögel als Fressfeinde in Frage, doch in Gebäuden gibt es diese natürlichen Feinde nicht. Darüber hinaus könnten pathogene und endoparasitäre Mikroorganismen Kolonien schwächen, was aber in Innenräumen keine Rolle spielt. Umweltbundesamt.
Welche Probleme macht er dem Menschen?
- Hygienerisiko: Pharaoameisen kontaminieren Lebensmittel und Arzneimittel sowie sterile Bereiche (z. B. Krankenhäuser) und können Erreger mechanisch übertragen; deshalb gelten sie als bedeutender Hygieneschädling
- Ökonomischer Schaden: Befall führt zu Produktionsunterbrechungen, Sanierungsaufwand und Imageschäden in der Lebensmittelbranche und im Gesundheitswesen
- Aufwändige Bekämpfung: Ihre hohe Reproduktionsrate, Polygynie und Fähigkeit zur Nestteilung erschweren die nachhaltige Bekämpfung und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Ausbreitung.
Wie kann man die Pharaoameise bekämpfen?
Wichtig: Bei Verdacht auf Pharaoameisenbefall empfiehlt sich immer eine fachkundige Inspektion zur sicheren Artbestimmung und zur Festlegung einer Strategie; ungeeignete Maßnahmen (z. B. alleiniges Sprühen mit Kontaktinsektiziden) können Kolonien anregen sich zu teilen, was das Problem verschärft
Umweltfreundliche, ökologische Maßnahmen (Priorität)
- Hygiene und Vorratsschutz: Sofortiges Entfernen offener Nahrungsquellen, luftdichte Lagerung von Lebensmitteln, konsequente Reinigung von Nahrungsrückständen und Fettstellen; diese Maßnahmen reduzieren Nahrungsanreize nachhaltig .
- Lokales Aufsammeln und mechanisches Entfernen: Sichtbare Laufstraßen und kleine Satellitennester können mechanisch entfernt werden; dies ist jedoch nur ergänzend sinnvoll und darf nicht die koordinierte Köderstrategie ersetzen .
Konventionelle und gezielte Maßnahmen
- Köderbekämpfung (Priorität bei chemischer Anwendung): Langsam wirkende, zulässige Fraßköder, die von Arbeiterinnen ins Nest getragen werden, sind die effektivste, gezielte Methode gegen polygyn-teilende Pharaoameisen. Köder müssen fachgerecht platziert und über Wochen nachkontrolliert werden, um keine kolonieübergreifende Wirkung zu erzielen .
- Professionelle Koordination: In großen Anlagen (Krankenhäuser, Lebensmittelbetriebe) ist eine koordinierte Bekämpfung durch zugelassene Profis nötig, um Nestverlagerungen (budding) und Reinfektionen zu verhindern.
- Kontaktverfahren (restriktiv): Direkte flächige Sprühungen oder Fogging sind in der Regel kontraindiziert, da sie eine Teilung der Kolonie fördern können; kann höchstens zur Ergänzung einer Köderbehandlung dienen. Umweltbundesamt.
Wie kann man der Pharaoameise die Lebensgrundlage dauerhaft entziehen?
- Ganzheitliches Hygiene-Management: Dauerhafte Vorratssicherung (verschlossene Behälter), Reinigungsprotokolle, Müllmanagement und personalisierte Schulungen vermindern dauerhaft Nahrungsangebote und Eintrittswege .
- Gebäudetechnische Maßnahmen: Langfristiges Abdichten von Hohlräumen, fachgerechte Isolationsmaßnahmen, Reparatur von Wärmequellen und Rohrleitungen sowie bauliche Schließung von Zugangswegen verhindern dauerhaft eine Etablierung von Nestern in der Bausubstanz
- Monitoring und Nachsorge: Regelmäßige Inspektionen, Köderkontrollen und ein Dokumentationssystem bei sensiblen Einrichtungen sichern die Nachhaltigkeit der Maßnahmen und ermöglichen ein frühzeitiges Eingreifen bei erneuten Problemen. Umweltbundesamt .
Quellenverzeichnis
- — Pharaoameise (Monomorium pharaonis). https://schaedlingskunde.de/schaedlinge/steckbriefe/ameisen/pharaoameise-monomorium-pharaonis/pharaoameise-monomorium-pharaonis/ .
- Umweltbundesamt — Pharaoameise. https://www.umweltbundesamt.de/pharaoameise Umweltbundesamt.
Fotos: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9b/M.pharaonis.jpg
Землеройкин, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

