E-Mail senden office@kleinlogel-gmbh.de
Jetzt anrufen
06151 44658
Kunden-Login ODS
Close
Rossameise — Camponotus ligniperda (Latreille, 1802)

Rossameise — Camponotus ligniperda (Latreille, 1802)

Die Rossameise ist die größte einheimische Ameisenart; die Arbeiterinnen erreichen häufig mehr als 10 mm, Königinnen bis zu etwa 17–18 mm. Typisch ist die zweifarbige Zeichnung mit dunklem Kopf und Hinterleib und rötlich-braunem Thorax sowie das schuppenförmige Verbindungsstück zwischen Thorax und Hinterleib (Petiole) . Die Tiere nisten überwiegend in trockenem, morschem Holz und können in Gebäuden Schäden an tragenden Holzteilen verursachen, weshalb bei Befall häufig Fachleute eingeschaltet werden sollten .

Erkennen des Schädlings mit eindeutigen Bestimmungsmerkmalen

  • Größe: Arbeiterinnen meist 6–14 mm, Männchen 8–12 mm, Königinnen 16–18 mm .
  • Färbung: Kopf und Hinterleib dunkel bis schwarz, Thorax rötlich bis kastanienbraun; Körper meist glänzend .
  • Kastenbildung: Major- und Minor-Arbeiterinnen mit fließenden Größenunterschieden; keine auffälligen Stachel oder Hörner .
  • Morphologie: Schuppenförmiger Petiole (Verbindung zwischen Thorax und Gaster) typisch für Schuppenameisen (Camponotus) .
    Quellen: .

Lebensweise des Schädlings

  • Kolonien: Meist monogyn (eine Königin), seltener oligogyn; Kolonien können sehr alt und groß werden und über Jahre bestehen .
  • Neststandorte: Bevorzugt altes, trockenes oder teilweise morsches Holz in Baumstubben, totem Holz, Dachbalken oder Dachstühlen; auch unterirdische Gänge möglich, wenn Holz verfügbar ist .
  • Aktivitätsrhythmus: Arbeiterinnen sind tagsüber aktiv, sammeln Nahrung und erweitern das Nest; Durchbrüche und Flugzeiten der Geschlechtstiere im Sommer bei warmem, trockenem Wetter .
    Quellen: .

Von was ernähren sich die adulten Tiere und Larven?

  • Adulte Arbeiterinnen: Generalistische Kost — zuckerhaltige Flüssigkeiten (Honigtau von Blattläusen, Nektar), süße Rückstände, gelegentlich Proteine aus Insekten oder Aas zur Versorgung der Brut .
  • Larven: Vorwiegend proteinreiches Futter; Arbeiter sammeln oder verarbeiten Insektenmortalität und Fleischanteile zur Fütterung der Larven .
    Quellen: .

Wie vermehren sich die Tiere?

  • Sexualflüge: Junge geflügelte Königinnen und Männchen schlüpfen und führen bei günstiger Witterung Hochzeitsflüge durch; begattete Königinnen suchen danach geeignete Nistplätze im Holz .
  • Gründungsverhalten: Königinnen gründen allein (selbständige Gründung) in Holzspalten oder morschem Holz; initiale Brut wird von der Königin versorgt, später von Arbeiterinnen .
    Quellen: .

Wie viele Nachkommen können sie entwickeln

  • Koloniegröße: Kolonien können über Jahre wachsen; Größen reichen von einigen hundert bis mehreren tausend Arbeiterinnen je nach Alter und Standort .
  • Fortpflanzungsrate: Jährliche Produktion von Geschlechtstieren variiert stark; etablierte Kolonien produzieren regelmäßig Geschlechtstiere, genaue Zahlen sind standortabhängig und nicht einheitlich dokumentiert .
    Quellen: .

Lebensraum

Wo kommt der Schädling ursprünglich her und wo lebt er jetzt

  • Ursprung und Verbreitung: Europäisch/westpaläarktisch verbreitet; in Mitteleuropa weit verbreitet und in geeigneten Lebensräumen (Wälder, Parkanlagen, ältere Bauwerke) häufig anzutreffen .
  • Heute: Kommt überall dort vor, wo trockenes, altes Holz verfügbar ist — im Freiland und zunehmend in Gebäuden mit älteren Holzkonstruktionen .
    Quellen: .

Welche ökologische Nische nutzt er

  • Nischenbeschreibung: Spezialist für Nutzung toter oder geschwächter Baumsubstrate und trockenes Holz als Nest- und Brutraum; ökologisch wichtig beim Holzabbau und der Zersetzung, gleichzeitig Schädling bei Bauholz .
    Quellen: .

Welche natürlichen Feinde hat er?

  • Prädatoren: Vögel, andere räuberische Insekten (z. B. Ameisenarten, Käfer), Spinnen und manche Säugetiere fressen Arbeiterinnen oder Larven .
  • Parasiten und Krankheitserreger: Pilze, Nematoden oder parasitische Insekten können Kolonien schwächen; spezifische Parasiten variieren regional .
    Quellen: .

Welche Probleme macht die Rossameise dem Menschen?

  • Bauschäden: Nistet in trockenem Holz und kann tragende Holzteile, Dachstühle, Fensterstürze oder Möbel schwächen; Schäden werden oft spät entdeckt, weil Innenfraß verborgen stattfindet  .
  • Wirtschaftlicher Schaden: Sanierungskosten und strukturelle Reparaturen können erheblich sein; zudem Wertminderung bei Immobilien .
  • Haus- und Gartenbelästigung: Arbeiterinnen können in Gebäuden Nahrungsreste aufsuchen; optische Beeinträchtigung und Unbehagen bei Bewohnern .
    Quellen:   .

Wie kann man sie bekämpfen?

Umweltfreundliche, ökologische Maßnahmen (Priorität)

  1. Vorbeugung und bauliche Maßnahmen: Beseitigung von morschem Holz, Austausch geschädigter Balken, Trockenlegung und abdichten von Feuchtepunkten; Abdichten von Einflugspunkten ins Gebäude verhindert Nestgründungen in Holzkonstruktionen .
  2. Mechanische Entfernung: Entfernen und fachgerechte Entsorgung befallener Holzstücke oder kompletter Nestbereiche, gegebenenfalls Austausch der betroffenen Holzteile .
  3. Lebensraumentzug: Reduktion von totem Holz in unmittelbarer Nähe zu Gebäuden, Lagern von Feuerholz fern vom Haus, Belüftung zur Verhinderung von Holzfeuchte .
    Quellen: .

Weitere (konventionelle) Bekämpfungsmaßnahmen

  1. Köderbehandlung: Einsatz insektizider Köder, die von Arbeiterinnen ins Nest getragen werden; effektiv bei korrekt angewandter Köderstrategie, aber Einsatz chemischer Wirkstoffe erfordert Fachberatung und Zulassungskonformität .
  2. Insektizide Holzbehandlung: Direkte Behandlung befallener Hölzer mit zugelassenen Holzschutzmitteln durch Fachbetrieb; bei schwerem Befall oft notwendig .
  3. Lokale Ausräucherung / Begasung: In speziellen Fällen bei massivem, schwer zugänglichem Befall durch zugelassene Verfahren unter fachlicher Aufsicht .
    Quellen: .

Praktische Hinweise zur Umsetzung

  • Vor jeder chemischen Maßnahme: eindeutige Artenbestimmung und Inspektion durch einen Schädlingsbekämpfer; Dokumentation des Schadensbildes und Auswahl zugelassener Produkte .
    Quellen: .

Wie kann man dem Schädling die Lebensgrundlage dauerhaft entziehen?

  • Bauliche Sanierung: Ersetzen und fachgerecht sanieren aller befallenen und feuchtes Holz gefährdenden Bauteile; langfristig abdichten und belüften, um Holzfeuchte zu vermeiden .
  • Umgebungskontrolle: Entfernen oder kontrollierte Lagerung von totem Holz, Holzhaufen oder alten Baumstümpfen in der Nähe der Gebäude; Freihalten von Holzkontakt an Außenwänden .
  • Regelmäßige Inspektion: Periodische Kontrollen durch Hauseigentümer oder Fachbetriebe, besonders in älteren Gebäuden und bei sichtbaren Holzschäden, um Frühbefall zu erkennen und zu behandeln .
    Quellen: .

Quellenverzeichnis

  1. — Rossameise (Camponotus ligniperda). URL: https://schaedlingskunde.de (Steckbrief und Bekämpfungsinformationen) .
  2. Wespina — Steckbrief Rossameise (Camponotus ligniperda). URL: https:// (Aussehen, Biologie) .
  3. Ardap Blog — Schwarze Rossameise: Wissenswertes & Abwehrmaßnahmen. URL: https:// (Ernährung, natürliche Feinde, Verhalten) .
  4. — Braunschwarze Rossameise (Camponotus ligniperda) bekämpfen. URL: https:// (Bauschäden, Sanierung, Maßnahmen) .
  5. MF Schädlingsbekämpfung / Schädling Lexikon — Rossameise. URL: https://www. (Bekämpfungsoptionen, Insektizide) .

Fotos:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/91/Camponotus_sideview_2.jpg
Richard Bartz, Munich Makro Freak, CC BY-SA 2.5 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5>, via Wikimedia Commons