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Roßameise

Roßameise — Camponotus ligniperda (Latreille, 1802)

Die Roßameise ist die größte einheimische Ameisenart; die Arbeiterinnen erreichen häufig mehr als 10 mm, Königinnen bis zu etwa 17–18 mm. Typisch ist die zweifarbige Zeichnung mit dunklem Kopf und Hinterleib und rötlich-braunem Thorax sowie das schuppenförmige Verbindungsstück zwischen Thorax und Hinterleib (Petiole) . Die Tiere nisten überwiegend in trockenem, morschem Holz und können in Gebäuden Schäden an tragenden Holzteilen verursachen, weshalb bei Befall häufig Fachleute eingeschaltet werden sollten.

Erkennen des Schädlings mit eindeutigen Bestimmungsmerkmalen

  • Größe: Arbeiterinnen meist 6–14 mm, Männchen 8–12 mm, Königinnen 16–18 mm .
  • Färbung: Kopf und Hinterleib dunkel bis schwarz, Thorax rötlich bis kastanienbraun; Körper meist glänzend .
  • Kastenbildung: Major- und Minor-Arbeiterinnen mit fließenden Größenunterschieden; keine auffälligen Stachel oder Hörner .
  • Morphologie: Schuppenförmiger Petiole (Verbindung zwischen Thorax und Gaster) typisch für Schuppenameisen (Camponotus) .

Lebensweise des Schädlings

  • Kolonien: Meist monogyn (eine Königin), seltener oligogyn; Kolonien können sehr alt und groß werden und über Jahre bestehen .
  • Neststandorte: Bevorzugt altes, trockenes oder teilweise morsches Holz in Baumstubben, totem Holz, Dachbalken oder Dachstühlen; auch unterirdische Gänge möglich, wenn Holz verfügbar ist .
  • Aktivitätsrhythmus: Arbeiterinnen sind tagsüber aktiv, sammeln Nahrung und erweitern das Nest; Durchbrüche und Flugzeiten der Geschlechtstiere im Sommer bei warmem, trockenem Wetter .

Von was ernähren sich die adulten Tiere und Larven?

  • Adulte Arbeiterinnen: Generalistische Kost — zuckerhaltige Flüssigkeiten (Honigtau von Blattläusen, Nektar), süße Rückstände, gelegentlich Proteine aus Insekten oder Aas zur Versorgung der Brut .
  • Larven: Vorwiegend proteinreiches Futter; Arbeiter sammeln oder verarbeiten Insektenmortalität und Fleischanteile zur Fütterung der Larven .

Wie vermehren sich die Tiere?

  • Sexualflüge: Junge geflügelte Königinnen und Männchen schlüpfen und führen bei günstiger Witterung Hochzeitsflüge durch; begattete Königinnen suchen danach geeignete Nistplätze im Holz .
  • Gründungsverhalten: Königinnen gründen allein (selbständige Gründung) in Holzspalten oder morschem Holz; initiale Brut wird von der Königin versorgt, später von Arbeiterinnen .

Wie viele Nachkommen können sie entwickeln

  • Koloniegröße: Kolonien können über Jahre wachsen; Größen reichen von einigen hundert bis mehreren tausend Arbeiterinnen je nach Alter und Standort .
  • Fortpflanzungsrate: Jährliche Produktion von Geschlechtstieren variiert stark; etablierte Kolonien produzieren regelmäßig Geschlechtstiere, genaue Zahlen sind standortabhängig und nicht einheitlich dokumentiert .

Lebensraum: Wo kommt der Schädling ursprünglich her und wo lebt er jetzt

  • Ursprung und Verbreitung: Europäisch/westpaläarktisch verbreitet; in Mitteleuropa weit verbreitet und in geeigneten Lebensräumen (Wälder, Parkanlagen, ältere Bauwerke) häufig anzutreffen .
  • Heute: Kommt überall dort vor, wo trockenes, altes Holz verfügbar ist — im Freiland und zunehmend in Gebäuden mit älteren Holzkonstruktionen .

Welche ökologische Nische nutzt der Schädling?

  • Nischenbeschreibung: Spezialist für Nutzung toter oder geschwächter Baumsubstrate und trockenes Holz als Nest- und Brutraum; ökologisch wichtig beim Holzabbau und der Zersetzung, gleichzeitig Schädling bei Bauholz .

Welche natürlichen Feinde hat er?

  • Prädatoren: Vögel, andere räuberische Insekten (z. B. Ameisenarten, Käfer), Spinnen und manche Säugetiere fressen Arbeiterinnen oder Larven .
  • Parasiten und Krankheitserreger: Pilze, Nematoden oder parasitische Insekten können Kolonien schwächen; spezifische Parasiten variieren regional .
    Quellen: .

Welche Probleme macht der Schädling dem Menschen?

  • Bauschäden: Nistet in trockenem Holz und kann tragende Holzteile, Dachstühle, Fensterstürze oder Möbel schwächen; Schäden werden oft spät entdeckt, weil Innenfraß verborgen stattfindet .
  • Wirtschaftlicher Schaden: Sanierungskosten und strukturelle Reparaturen können erheblich sein; zudem Wertminderung bei Immobilien .
  • Haus- und Gartenbelästigung: Arbeiterinnen können in Gebäuden Nahrungsreste aufsuchen; optische Beeinträchtigung und Unbehagen bei Bewohnern .

Wie kann man ihn bekämpfen?

Umweltfreundliche, ökologische Maßnahmen (Priorität)

  1. Vorbeugung und bauliche Maßnahmen: Beseitigung von morschem Holz, Austausch geschädigter Balken, Trockenlegung und abdichten von Feuchtepunkten; Abdichten von Einflugspunkten ins Gebäude verhindert Nestgründungen in Holzkonstruktionen .
  2. Mechanische Entfernung: Entfernen und fachgerechte Entsorgung befallener Holzstücke oder kompletter Nestbereiche, gegebenenfalls Austausch der betroffenen Holzteile .
  3. Lebensraumentzug: Reduktion von totem Holz in unmittelbarer Nähe zu Gebäuden, Lagern von Feuerholz fern vom Haus, Belüftung zur Verhinderung von Holzfeuchte .

Weitere (konventionelle) Bekämpfungsmaßnahmen

  1. Köderbehandlung: Einsatz insektizider Köder, die von Arbeiterinnen ins Nest getragen werden; effektiv bei korrekt angewandter Köderstrategie, aber Einsatz chemischer Wirkstoffe erfordert Fachberatung und Zulassungskonformität .
  2. Insektizide Holzbehandlung: Direkte Behandlung befallener Hölzer mit zugelassenen Holzschutzmitteln durch Fachbetrieb; bei schwerem Befall oft notwendig .
  3. Lokale Ausräucherung / Begasung: In speziellen Fällen bei massivem, schwer zugänglichem Befall durch zugelassene Verfahren unter fachlicher Aufsicht .

Praktische Hinweise zur Umsetzung

  • Vor jeder chemischen Maßnahme: eindeutige Artenbestimmung und Inspektion durch einen Schädlingsbekämpfer; Dokumentation des Schadensbildes und Auswahl zugelassener Produkte .

Wie kann man dem Schädling die Lebensgrundlage dauerhaft entziehen?

  • Bauliche Sanierung: Ersetzen und fachgerecht sanieren aller befallenen und feuchtes Holz gefährdenden Bauteile; langfristig abdichten und belüften, um Holzfeuchte zu vermeiden .
  • Umgebungskontrolle: Entfernen oder kontrollierte Lagerung von totem Holz, Holzhaufen oder alten Baumstümpfen in der Nähe der Gebäude; Freihalten von Holzkontakt an Außenwänden .
  • Regelmäßige Inspektion: Periodische Kontrollen durch Hauseigentümer oder Fachbetriebe, besonders in älteren Gebäuden und bei sichtbaren Holzschäden, um Frühbefall zu erkennen und zu behandeln .

Quellenverzeichnis

  1. — Roßameise (Camponotus ligniperda). URL: https://schaedlingskunde.de (Steckbrief und Bekämpfungsinformationen) .

Fotos: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/91/Camponotus_sideview_2.jpg
Richard Bartz, Munich Makro Freak, CC BY-SA 2.5 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5>, via Wikimedia Commons