Schmeißfliege – Calliphora vicina Robineau-Desvoidy, 1830
ist eine auffällige, metallisch blau glänzende Fliege (ca. 6–13 mm). Erwachsene Fliegen suchen offene Abfälle und Aas, die Larven (Maden) entwickeln sich in verwesendem organischem Material. Sofortmaßnahmen: Abfälle dicht verschließen, Lebensmittel abdecken, Fliegengitter anbringen und sichtbare Brutplätze (Kadaver, offene Müllbehälter) entfernen; bei großem Befall Fachbetrieb hinzuziehen.
Erkennen des Schädlings mit eindeutigen Bestimmungsmerkmalen
Erwachsene: Körperlänge 6–13 mm, kräftiger Körper, metallisch blau bis blaugrünes Abdomen, rotes Auge, dunkler Thorax mit feiner Behaarung; Wangen rötlich-gelb. Larven: weißlich, bis ca. 18 mm, ohne sichtbare Kopfkapsel, spitzes Vorderende mit Mundhaken.
Lebensweise des Schädlings
Calliphora vicina ist überwiegend saprophag (Aasverwerter) und opportunistisch: Erwachsene suchen Nektar, Exkremente, Aas und Lebensmittelreste; Weibchen legen Eier an proteinreichen, verwesenden Substraten ab. Die Entwicklung verläuft schnell, besonders bei höheren Temperaturen, sodass mehrere Generationen pro Jahr möglich sind.
Von was ernähren sich die adulten Tiere und Larven
Adulte Tiere saugen verflüssigte organische Substanzen wie Nektar, Pollen, Exkremente und Aas; sie können auch Lebensmittel kontaminieren. Larven fressen verwesendes Fleisch, Fischreste, Tierkadaver und organische Abfälle und tragen so zur Zersetzung bei, sind aber hygienisch problematisch.
Wie vermehrt sich die Blaue Schmeißfliege?
Weibchen legen mehrere Eierpartien an geeignete Substrate; aus den Eiern schlüpfen Larven, die drei Larvenstadien durchlaufen, sich verpuppen (Puparium meist im Boden oder Substrat) und als adulte Fliegen schlüpfen. Die Entwicklungsdauer ist temperaturabhängig und kann bei Wärme sehr kurz sein.
Wie viele Nachkommen können sie entwickeln
Ein Weibchen legt insgesamt mehrere hundert Eier über mehrere Ablagen verteilt; die tatsächliche Nachkommenszahl hängt von Temperatur, Feuchtigkeit und Nahrungsangebot ab, wodurch Populationen rasch anwachsen können.
Ursprung und Verbreitung: Kosmopolitisch verbreitet; in Mitteleuropa eine der häufigsten Schmeißfliegenarten, besonders in Siedlungsbereichen und in der Nähe von Abfällen oder Kadavern.
Ökologische Nische: Aasverwerter und Hygieneschädling; nutzt offene Abfälle, Kompost, Tierkadaver und schlecht verschlossene Müllbehälter als Entwicklungsräume.
Blaue Schmeißfliege – natürliche Feinde
Vögel, Spinnen, räuberische Insekten, parasitische Wespen und Bodenfresser fressen Larven und Puppen; klimatische Faktoren und Konkurrenz regulieren Populationen zusätzlich.
Welche Probleme macht er dem Menschen
Hygienerisiko: Mechanische Übertragung von Krankheitserregern, Kontamination von Lebensmitteln, Belästigung in Haushalten und wirtschaftliche Schäden in Lebensmittelbetrieben; forensisch relevant zur Abschätzung von Leichenliegezeiten.
Wie kann man die Blaue Schmeißfliege bekämpfen
Umweltfreundliche Maßnahmen (Priorität):
- Hygiene und Abfallmanagement: Abfälle dicht verschließen; regelmäßige Reinigung von Müllplätzen; fachgerechte Kompostführung.
- Bauliche Maßnahmen: Fliegengitter, dichte Fenster/Türen, Abdichten von Ritzen.
- Förderung natürlicher Feinde und Vermeidung von Brutsubstraten.
Weitere Maßnahmen: Mechanische Entfernung von Brutplätzen; Absaugen/Entsorgen von Maden; bei starkem Befall gezielte, zugelassene Insektizidbehandlung durch einen Fachbetrieb unter Beachtung von Zulassung und Umweltauflagen. Dauerhafter Entzug der Lebensgrundlage gelingt durch konsequente Sauberkeit, sichere Abfallentsorgung, schnelle Beseitigung von Kadavern und bauliche Abdichtung von Zugängen.
Quellenverzeichnis
- de.wikipedia.org/wiki/Calliphora_vicina Wikipedia
- – Schmeißfliege Calliphora vicina (schaedlingskunde.de)
- Wespina Schädlings-Wiki Schmeißfliegen / Calliphora vicina ()
- Insektenbox Calliphora vicina Steckbrief (insektenbox.de) Insekten – Box
Foto: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Calliphora_vicina_%2818776231991%29.jpg
Donald Hobern from Copenhagen, Denmark, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons

