Schwalbenlausfliege – Stenepteryx hirundinis (Linnaeus, 1758)
Kleine, flache Lausfliege (ca. 4–5 mm), lebt überwiegend im Nest und am Gefieder der Mehlschwalbe, saugt Blut der Wirte und kann beim Nestabbau in Häuser gelangen; Nester dürfen in Deutschland nicht während der Brutzeit entfernt werden, daher sind zeitlich abgestimmte Hygienemaßnahmen wichtig .
Erkennen des Schädlings mit eindeutigen Bestimmungsmerkmalen
- Größe: etwa 4–5 mm.
- Form: stark abgeflachter Körper, gelblich-bräunliche Färbung mit dunklerem Hinterleib.
- Merkmale: gut entwickelte Komplexaugen, kräftige Klauen zum Festhalten im Gefieder; geflügelte Exemplare können fliegen, werden aber meist im Nest gefunden Wikipedia.
Lebensweise, Ernährung, Vermehrung und Nachkommen
- Lebensweise: Nest- und wirtstreu; die Tiere verbringen den Großteil ihres Lebens in oder an Schwalbennestern und auf den Wirtsvögeln.
- Ernährung: Adulte Tiere saugen Blut der Mehlschwalben; Larven werden intraabdominal ernährt und nach Geburt außerhalb abgelegt, wo sie sich verpuppen.
- Fortpflanzung: vivipare Entwicklung (Weibchen gebären bereits entwickelte Larven), Puppen entwickeln sich im Nestmaterial; mehrere Larvenzyklen pro Weibchen in einer Saison möglich, genaue Stückzahlen variieren mit Umwelt und Wirtdichte Naturpark Lüneburger Heide.
Lebensraum, Verbreitung, ökologische Nische, natürliche Feinde und Probleme für den Menschen
- Verbreitung: paläarktisch; in Europa dort verbreitet, wo Mehlschwalben (Delichon urbicum) brüten EPPO Global Database.
- Ökologische Nische: spezialisierter Nestparasit; nutzt Nestmaterial als Puppenraum und die Brutvögel als Nahrungsquelle.
- Natürliche Feinde: räuberische Insekten, Milben und mikrobieller Druck sowie die natürliche Nesthygiene der Wirte begrenzen Populationen.
- Probleme für Menschen: meist Belästigung beim Entfernen/Verändern von Nestern, gelegentliche Fehlbisse; direkte Gebäudeschäden treten nicht auf. Wegen des Schutzes der Schwalben ist rechtzeitige Abstimmung mit Naturschutzbehörden erforderlich EPPO Global Database.
Bekämpfung: Maßnahmen, Prioritäten und dauerhafte Entziehung der Lebensgrundlage
- Umweltfreundliche Priorität (empfohlen): Förderung kontrollierter Nistplätze (Schwalbenkästen), Reinigung und Entfernung von Nestmaterial erst nach Abzug der Vögel, mechanische Entfernung von Puppenresten, regelmäßige Trocknung und Reinigung der Nistplätze; Information und Zusammenarbeit mit lokalen Naturschutzstellen GBIF.
- Weitere Maßnahmen: bei starken Belästigungen fachliche Begutachtung; chemische Behandlung des Nestmaterials nur als letzter Schritt, rechtlich geprüft und gezielt anwenden.
- Dauerhafte Entziehung der Lebensgrundlage: Neststandorte dauerhaft unattraktiv machen (glatte Fassaden, geeignete Nistkästen an alternativen Stellen) oder kontrollierte Umsiedlung von Nistplätzen in Absprache mit Naturschutzbehörden; vollständige Entfernung von Nistgelegenheiten ist aus Artenschutzgründen oft nicht zulässig und ökologisch unerwünscht GBIF.
Quellenverzeichnis
- Schwalbenlausfliege – Stenepteryx hirundinis, / Schaedlingskunde.de: https://schaedlingskunde.de/schaedlinge/steckbriefe/fliegen/schwalbenlausfliege-stenepteryx-hirundinis/schwalbenlausfliege-stenepteryx-hirundinis/ .
- Lausfliegen, Wikipedia (deutsch): https://de.wikipedia.org/wiki/Lausfliegen Wikipedia.
- Informationen zu Lausfliegen, Naturpark Lüneburger Heide: https://naturpark-lueneburger-heide.de/natur-und-kultur/tiere-und-pflanzen/schwalbenschutz-im-naturpark/informationen-zu-lausfliegen/ Naturpark Lüneburger Heide.
- Stenepteryx hirundinis (STNXHI) — EPPO Global Database: https://gd.eppo.int/taxon/STNXHI EPPO Global Database.
- Stenepteryx hirundinis — GBIF / Taxonomie & Verbreitung: https://www.gbif.org/species/226392338 GBIF.
- Foto: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4d/Stenepteryx_hirundinis%2C_Schwalbenlausfliege.jpg
Heiko4, CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0>, via Wikimedia Commons

