Tapinoma in Deutschland/ Systematik
Es gibt zwei einheimische Tapinoma Arten (T. erraticum, T. subboreale)
- Beide sind monomorph (es gibt keine Größenunterschiede zwischen den Individuen eines Nestes).
- Beide Arten bilden keine Superkolonien, und sind Bewohner von Trocken- und Halbtrockenrasen.
- Sie kommen nicht im Siedlungsgebiet vor.
Es gibt 4 neozoone Tapinoma Arten (T. magnum, T. darioi, T. ibericum T.melanocephalum),
- Mit Hilfe des Menschen nach Deutschland eingewandert.
- Diese Arten waren hier zuvor nicht heimisch (Neobiota, Neozoon)
Davon sind 3 Tapinoma Arten problematisch T. magnum, T. ibericum, T. darioi
- bilden polydome (viele Baue umfassende) Superkolonien.
- Sie verhalten sich invasiv in Deutschland.
(Quelle: Vortrag von Dr. Manfred Verhaagh (Naturkundemuseum Karlsruhe) gehalten auf dem Tapinoma Stakeholder Workshop am 11. 4.2025 in Offenburg)
Wo kommt Tapinoma magnum her, und wie kommt sie zu uns?
- Alle fünf Arten des Tapinoma nigerrimum-Komplexes (T. nigerrimum, T. hispanicum, T. magnum, T. ibericum, T. darioi) stammen aus dem westlichen bis zentralen Mittelmeerraum.
- Die Ausbreitung der Arten erfolgte wahrscheinlich durch Transporte mit Pflanzen mit Erdballen aus dem Mittelmeerraum durch Garten-Center, Baumschulen und botanische Gärten.
- Es kann sogar sein das die Italienischen Tapinoma Arten auch dort schon eingeschleppt wurden.
- Sie wird sich weiter, auch nach Osteuropa ausbreiten.
- Als Neobiota bezeichnet man Arten, die nicht allein, auf natürlichem Weg aus eigener Kraft, sondern mit Hilfe des Menschen in ein Gebiet einwandern, in dem sie zuvor nicht heimisch waren.
- Neophyten (sing. Der Neophyt) sind neobiotische Pflanzen, Algen und Moose
- Neozoen (sing. Das Neozoon) sind neobiotische Tiere
- Was ist Invasiv. Schaden für die Natur und für den Menschen. Dies ist die menschliche Bewertung.
(Quelle: Vortrag von Dr. Manfred Verhaagh (Naturkundemuseum Karlsruhe) gehalten auf dem Tapinoma Stakeholder Workshop am 11. 4.2025 in Offenburg)
Wie erkennt man die Tiere?
- Bestimmung am Tier schwer
- Gehört in die Unterfamilie der Drüsenameisen (nur ein Stielchenglied Petiolus zwischen Brust und Hinterleib)
- Charakteristischer Geruch (Buttersäure/Zitrus)
- Klein, schwarz, unterschiedlich große Individuen
- Bestimmung durch Nestort und Verhalten leichter:
- Zahllose Ameisen auf großen Flächen
- Viel Sandauswurf, rund um Nest oft Kraterförmig ausgeworfen
- Laufen schnell in breiten Kolonnen
- Aggressiv und bissig (verbeißen sich in aufgelegter Hand)
- Beim Rumstochern im Nest schießen sie heraus, um es zu verteidigen.
Warum sind Tapinoma magnum Kolonien so problematisch für den Menschen?
- Sie sind sehr lästig durch
- schnelle Vermehrung,
- hohe Individuenzahlen auf großer Fläche
- Sie sind aggressiv und bissig
- Sie besiedeln Gärten, Grünanlagen, Spielplätze im menschlichen Siedlungsbereich
- Sie unterhöhlen Pflaster auf Gehwegflächen
- Nisten gerne in Mauer, dringen in Häuser ein
- Verursachen Störungen an Elektroanlagen und Internetkabeln
- Fördern schädliche Hemipteren (Blatt, Schild, Wurzelläuse) und beißen direkt die Pflanzen an, um an die Pflanzensäfte zu gelangen
(Quelle: Vortrag von Dr. Manfred Verhaagh (Naturkundemuseum Karlsruhe) gehalten auf dem Tapinoma Stakeholder Workshop am 11. 4.2025 in Offenburg)
Welcher gesetzlicher Rahmen gilt für die Bekämpfung von Tapinoma magnum?
- Aktuell ist Tapinoma magnum nicht als invasiv gelistet. Invasiv bedeutet, dass die Art einen Schaden für die Natur und für den Menschen verursacht. (gemäß den Kriterien der EU).
- Der Begriff invasiv ist eine menschliche Bewertung der entsprechenden Art.
- Wäre die Art als invasiv gelistet, dann würde das Bundesnaturschutzgesetz greifen.
- Es müssten dann Maßnahmen gegen die Tiere unternommen werden.
- Bisher steht Tapinoma magnum nur auf der Beobachtungsliste des Bundesamtes für Naturschutz.
Bekämpfung Tapinoma magnum
- Heißwasser Schaum verfahren
- Ausbringen des Heißwassers in die Nester
- Mit Bohrer und Erdlanze in die Nester
- Durch Folienabdeckung werden Nester nach oben verlagert, dann gut zu bekämpfen
- Köderverfahren
- Köder sehr teuer
- Köderannahme nicht immer ausreichend
- Ködermenge reicht oft nicht aus
- Köder nur in Gebäuden zugelassen
- Ausbringen von Kontaktinsektiziden
- Erreichen die tiefen Nestteile nicht
- Wenig wirksam
- Schnelle Regeneration
- Nur um Gebäude zugelassen (Problem Fischgiftig/ Wasserabläufe)
- Problematisch für alle Insekten
- Begleitend Blattlausbekämpfung
- Spritzen von Bäumen
- Versuch Nemathoden
- Hunderttausende von Fadenwürmer, dringen in Ameisen ein
- Bodenfeuchte (Bewässern vor und nach der Behandlung)
- Eventuell für Gärten geeignet (wo Heißwasser nicht geht)
- Versuch Hühner
- Sehr effektive Insektenfresser.
- Zeitweise auf großen Nestern ansiedeln
- Schaden an Vegetation
- Pflege notwendig

