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Zweifarbige Wegameise — Lasius emarginatus (Olivier, 1791)

Zweifarbige Wegameise — Lasius emarginatus (Olivier, 1791)

Die Zweifarbige Wegameise ist eine kleine bis mittelgroße Ameisenart mit rötlich-braunem Thorax und dunklem Kopf sowie Hinterleib. Sie bevorzugt trockene, warme Standorte und nistet häufig in Mauerwerk, unter Steinen oder in morschem Holz. Bei Nestern in und an Gebäuden kann die Art Materialschäden verursachen, obwohl sie kein Holz frisst, wie holzzerstörende Ameisen.
Frühzeitige Erkennung und vorrangig bauliche/ökologische Gegenmaßnahmen sind ratsam.

Erkennen des Schädlings mit eindeutigen Bestimmungsmerkmalen

  • Größe: Arbeiterinnen 2,5–4,5 mm; Königinnen 7–9 mm
  • Färbung: Rötlich-brauner Thorax, dunkler Kopf und Hinterleib, dadurch deutlich zweifarbiges Erscheinungsbild
  • Form: Typische Formicinae-Gestalt mit deutlich erkennbaren Segmenten und Antennen; Verwechslungsgefahr mit Lasius brunneus, sichere Bestimmung ggf. durch Fachperson empfohlen

Lebensweise des Schädlings

  • Kolonien sind meist monogyn (eine Königin) und territorial; Aktivität ist vorwiegend tagaktiv bei warmem Wetter
  • Nistplätze: Mauerwerk (Fugen, Hohlräume), unter Steinen, in Ritzen von morschem Holz oder in Erdnestern in sonnigen, trockenen Lagen
  • Flugzeiten: Geschlechtstiere fliegen saisonal an warmen Tagen; genaue Jahreszeit regional variierend (Sommermonate)

Ernährung der adulten Tiere und Larven

  • Adulte Arbeiterinnen: Zuckerhaltige Nahrungsquellen (Honigtau von Blattläusen, Nektar, süße Rückstände); ergänzend kleine Insekten als Eiweißquelle
  • Larven: Proteinreiche Nahrung, bereitgestellt durch Arbeiter (verarbeitete Insekten/Beute) zur Entwicklung und Häutung

Fortpflanzung und Vermehrung

  • Junggeschlechtstiere (Männchen und geflügelte Weibchen) schlüpfen und führen Schwarmflüge durch; begattete Weibchen suchen danach geschützte Nistplätze und gründen neue Kolonien (häufig allein)
  • Nach der Begattung werfen junge Weibchen die Flügel ab und beginnen die erste Brutpflege selbst; spätere Brutpflege übernehmen die Arbeiterinnen

Reproduktionskapazität / Anzahl Nachkommen

  • Kolonien wachsen von wenigen Dutzend Jungstadien zu Hunderten bis wenigen Tausend Arbeitern, abhängig von Standort, Nahrungsangebot und Alter der Kolonie; die jährliche Produktion an Geschlechtstieren ist stark standortabhängig.

Lebensraum

Herkunft und Verbreitung

  • Westpaläarktisch/europäisch verbreitet; in Deutschland in vielen Regionen anzutreffen, regional konzentriert in trockeneren, wärmeren Gebieten südlich bestimmter Breiten (z. B. südlich von Osnabrück beschrieben)

Ökologische Nische

  • Nutzt trockene, warme Mikrohabitate und Mauerwerke; spielt ökologisch eine Rolle in der Interaktion mit Blattläusen (Honigtau) und als Prädator kleiner Wirbelloser; in Siedlungsräumen Besetzung von Hohlräumen und Ritzen.

Natürliche Feinde

  • Prädatoren: Vögel, Spinnen, räuberische Insekten und andere Ameisenarten fressen Arbeiterinnen oder Larven
  • Pathogene/Parasiten: Regionale Pilze, Bakterien oder Parasitoide können Kolonien schwächen

Probleme für den Menschen

  • Schäden: Nester in Mauerwerk, Putzfugen, Dämmmaterialien oder zwischen Steinen können zu Materiallockerung, Ausbröseln und ästhetischen Schäden führen; in Einzelfällen sind Sanierungsmaßnahmen nötig
  • Belästigung: Laufstraßen an Fassaden und innen können als hygienisches und kosmetisches Problem empfunden werden; bei Nahrungssuche können Innenräume kontaminiert werden

Umweltfreundliche, ökologische Maßnahmen (Priorität)

  1. Bauliche Sanierung: Risse, Fugen und Hohlräume fachgerecht abdichten; Putzschäden ausbessern; Bereiche trocken halten, um Nistbedingungen zu verschlechtern
  2. Lebensraumentzug: Entfernen von potentiellen Nistplätzen (Steinhaufen, Holzstapel) nahe dem Gebäude; Abstand zwischen Bauwerk und Lagerholz schaffen
  3. Mechanische Entfernung: Sichtbare Nester, Karton- oder Erdeinstreu mechanisch entfernen; Laufstraßen wegkehren, Zugänge verschließen

Konventionelle Maßnahmen

  1. Köderbehandlung: Zugelassene, korrekt platzierte Köder, die Arbeiterinnen in das Nest bringen; nur nach Artenbestimmung und unter Beachtung der Produkt- und Rechtsvorgaben einsetzen
  2. Lokale Insektenbehandlungen: Fachgerechte Applikation zugelassener Produkte durch Schädlingsbekämpfer bei schwer zugänglichen oder großen Nestern

Dauerhafter Lebensgrundentzug

  • Konsequente bauliche Abdichtung und Reparatur von Mauerwerk, Putz und Dämmungen; Trockenlegung und Entfernung von Feuchtequellen langfristig verhindern geeignete Nestgründungen
  • Umfeldpflege: Regelmäßiges Entfernen potenzieller Nistsubstrate (Stein- und Holzlager), gepflegte Randzonen sowie periodische Kontrollen reduzieren Wiederansiedlungsrisiko nachhaltig

Quellenverzeichnis

  1. — Zweifarbige Wegameise Lasius emarginatus. https://schaedlingskunde.de/schaedlinge/steckbriefe/ameisen/zweifarbige-wegameise-lasius-emarginatus/zweifarbige-wegameise-lasius-emarginatus/ .
  2. Wikipedia — Zweifarbige Wegameise (Lasius emarginatus). https://de.wikipedia.org/wiki/Zweifarbige_Wegameise Wikipedia.

Fotos: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4c/Lasius_emarginatus_casent0172762_profile_1.jpg

April Nobile / © AntWeb.org

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Zitat: AntWeb. Version 8.114. California Academy of Sciences, online unter https://www.antweb.org . Abgerufen am 18. November 2025. Datenschutzrichtlinie

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Hochgeladen von: California Academy of Sciences Fotograf: Roland Schultz Datum des Hochladens: 31.07.2019 16:32:38

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