Wann ist die Umsiedlung eines Wespennests möglich?

Die Umsiedlung von Wespennestern ist eine Umwelt- und tierfreundliche Alternative zur Bekämpfung der Insekten. Wichtigste Voraussetzung für eine Umsiedlung ist die Erreichbarkeit des Nestes.
Um ein Wespenvolk erfolgreich umzusiedeln, muss deren Nest möglichst intakt geborgen werden. In Rollladenkästen oder an Hausfassaden gestaltet sich dies in der Regel recht einfach. Schwieriger wird es, wenn das Nest hinter Mauerwerk verborgen ist oder im Dach sitzt. Dann wird man ohne bauliche Maßnahmen nicht an das Nest gelangen und mitunter gar auf eine Umsiedlung verzichten müssen.

Wie funktioniert eine Umsiedlung von Wespennestern?

Die eigentliche Umsiedlung beginnt durch Absaugen der herumfliegenden Arbeiter. Dies geschieht durch einen umgebauten und auf niedriger Stufe laufenden Staubsauger. Die Wespen werden in einen Umsiedlungskarton gesaugt. Das eigentliche Nest kommt später in einen getrennten Bereich des Kartons. Vorher muss jedoch sichergestellt sein, dass möglichst alle Nestbewohner eingesaugt wurden. Vor allem die Königin ist unabdingbar. Da diese jedoch während der Saison stets im Nest sitzt, sollte dies keine große Schwierigkeit darstellen.
Je nach Jahreszeit und Größe des Wespennests kann das Absaugen einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach Beendigung wird schließlich das Nest entnommen und im Karton verankert. Damit die Wespen nun nicht alle wieder davon fliegen, kommt das Nest in einen größeren, von den eingesaugten Arbeitern abgetrennten Bereich.

Wie stellen wir sicher dass alle Wespen eingesaugt werden?

Eine hundertprozentige Quote beim Absaugen der Wespen wird man wahrscheinlich nicht erreichen. Da einige Wespen und Hornissen weitere Strecken zurücklegen und mitunter längere Pausen einlegen, kann es sein, dass einige Nachzügler erst nach der Umsiedlung an den Neststandort zurückkehren. Diese Tiere werden mit etwas Zitronensäure vom Standort vertrieben, eine Methode die allerdings nur funktioniert wenn sich an der Stelle kein aktives Nest (mehr) befindet. Eine Verlegung der Umsiedlung in die Abendstunden würde die Quote nicht mit Sicherheit verbessern, da einige Tiere sich auch nachts außerhalb des Nestes befinden können.

Was passiert mit den Wespen nach der Umsiedlung?

Die erfolgreich eingesaugten Wespen werden zum neuen Standort gefahren. Dort wird zunächst der Bereich zwischen Nest und Arbeitern geöffnet. So gelangen die Wespen zum Nest und können mit diesem entnommen werden. Das Nest wird nun vorsichtig inklusive der Ummantelung des Kartons oder Nistkasten an seinen neuen Platz gehängt. Die Hülle des Kartons oder Nistkasten verbleiben, da sie dem Nest zusätzlichen Schutz gewähren und es auf diese Weise in seiner Verankerung bleiben kann. Die Tiere haben nun etwas Zeit sich akklimatisieren und ihre neue Umgebung zu inspizieren.
Nach einigen Tagen wird sich zeigen, ob das Nest weiter wächst gedeiht. Wichtig ist Wespen- und Hornissennester mit möglichst großem Abstand voneinander anzusiedeln, da die geschwächten Wespen ansonsten leichte Beute für die Hornissen sind.

Was kostet eine Umsiedlung von Wespen?

Da der Aufwand einer Umsiedlung deutlich höher ausfällt als eine Bekämpfung, ist diese auch entsprechend teurer. Dies mag für manch einen zwar ärgerlich sein, ist aber leider nicht zu verhindern. Eine Umsiedlung nimmt mehrere Stunden in Anspruch, während eine Bekämpfung meist in wenigen Minuten, bis einer halben Stunde erledigt ist. Die genauen Kosten hängen vom tatsächlichen Aufwand ab.

Wepennest in einem Teppich

Wespennest in fortgeschrittenem Anfangsstadium

Bestimmung der Tiere vor Ort oder per Foto

Wenn Sie unsicher sind welche Hautflügler bei ihnen unterwegs sind, können wir die Tiere gerne für Sie bestimmen. In der Regel reicht ein Foto des Tiers oder Nests um die Bestimmung durchführen zu können. Wir können uns die Lage aber auch gerne vor Ort anschauen und die Tiere bestimmen. Da Umsiedlungen einen großen Zeitaufwand bedeuten, können wir diese nicht spontan durchführen. In den meisten Fällen ist zudem eine vorige Besichtigung durch den ausführenden Techniker erforderlich, damit eingeschätzt werden kann ob eine erfolgreiche Umsiedlung möglich ist.
Kopf einer Gemeinen Wespen

Wespen lassen sich am Besten durch ihr Stirnschild unterscheiden

Siedeln wir auch andere Hautflügler um?

Natürlich gibt es auch noch weitere Hautflügler, die im Bereich des Menschen auftauchen. Meist kann hier aber auf eine Umsiedlung oder gar Bekämpfung verzichtet werden.

Hornissen
Hornissen werden ebenfalls von uns umgesiedelt. Das genaue Verfahren haben wir auf einer separaten Seite beschrieben.

Bienen und Hummeln
Theoretisch können wir auch Bienen oder Hummeln umsiedeln. Dies erweist sich in der Praxis jedoch deutlich schwieriger als die Umsiedlung von Wespen oder Hornissen. Die Nester sind meist schlecht erreichbar und werden beim Versuch der Umsiedlung oft schwer beschädigt. Wir versuchen daher die Menschen zur Duldung der Nester zur überzeugen. Sowohl Hummeln als auch Bienen sind grundsätzlich sehr friedliche Tiere, die wenig Probleme verursachen. Wir beraten Sie gerne vor Ort um mögliche Maßnahmen zu besprechen und gemeinsam eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Bitte beachten Sie, dass Hummeln zu den besonders geschützten Arten gehören und daher eine Genehmigung der Naturschutzbehörde erfordern. Bienen sind verwilderte Haustiere und stehen daher nur unter dem allgemeinen Schutz.

Feldwespen
Eine Besonderheit stellen zudem die Feldwespen dar. Die Tiere sind sehr ortstreu und treten daher meist mehrere Jahre hintereinander an derselben Stelle auf. Die Völker sind sehr klein, es besiedeln maximal 20 bis 30 Tiere ein Nest. Zudem sind Feldwespen sehr friedlich und bauen ihre Nester oft am Dachbereich wo sie wenig stören.Allerdings kann es auch vorkommen, dass sie direkt am Balkon oder Gartentür bauen (sie sind bezüglich des Standorts sehr flexibel). In solch einem Fall begutachten wir die Situation gerne vor Ort und schlagen eine Lösung vor.

Wildbienen und Solitärwespen
Gänzlich ungefährlich und von einer Bekämpfung, sowie Umsiedlung ausgeschlossen sind die (teilweise) besonders geschützten Wildbienen und Solitärwespen. Beide Arten leben im Regelfall nicht in einer Gemeinschaft (bei Wildbienen gibt es Ausnahmen). Durch diesen Umstand gibt es kein gemeinsames Nest, welches umgesiedelt werden könnte. Die Tiere fliegen lediglich einzelne Löcher an um ihre Larven mit Nahrung zu versorgen. Auch wenn hunderte Wildbienen im selben Boden verschwinden, sind diese komplett unabhängig voneinander. Durch den seltenen aber lockeren Sandboden als geeigneten Untergrund, suchen sich viele Wildbienen die selbe Stelle aus. Bei Solitärwespen sind hingegen fast immer nur einzelne Tiere zu sehen. Beide Arten sind jedoch komplett ungefährlich, da sie nicht nur besonders friedfertig sind, sondern auch keinen Stachel besitzen, der die menschliche Haut durchdringt. Eine Angst vor fehlgeleiteten Stichen braucht man daher nicht haben. Zudem ist das bunte Treiben meist nach wenigen Wochen wieder vorbei.

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