ORIENTALISCHE SCHABE (Blatta orientalis)

Aussehen der orientalischen Schabe

Die ausgewachsenen Männchen der Orientalischen Schabe sind ca. 25 mm groß und haben Flügel, die ihren Körper zu 2/3 bedecken. Die wenig größeren (bis zu 32 mm) Weibchen haben stark zurückgebildete Vorderflügel, Hinterflügel sind nicht vorhanden. Weder die Weibchen noch die Männchen der Orientalischen Schabe sind flugfähig.

Während die Tiere der ersten drei Larvenstadien hellbraun gefärbt sind, ist die Färbung der späteren Larvenstadien sowie der ausgewachsenen Imagines einheitlich dunkelbraun bis schwarz.

Lebensweise der Orientalischen Schabe

Mit einer Laufgeschwindigkeit von bis zu 1,5 m/s (5,4 km/h) gilt die Orientalische Schabe als das schnellste krabbelnde Insekt. Schwimmend kann sie Distanzen bis zu einem Meter überwinden. Weder die Weibchen noch die Männchen der Orientalischen Schabe sind flugfähig. Im Gegensatz zur Deutschen Schabe ist Blatta orientalis jedoch kein guter Kletterer dementsprechend sucht sie vorwiegend Verstecke in Bodennähe auf.

Orientalische Schaben sind nachaktiv. Tagsüber und bei Licht sind die Tiere nicht außerhalb ihrer Verstecke zu finden. Sie ernähren sich von allen möglichen organischen Substanzen bevorzugen aber stärkereiche Nahrung. Selbst Bücher oder Tapeten die mit Leim behandelt wurden, können deshalb angefressen werden.

Anders als die Deutsche oder Amerikanische Schabe ist Blatta orientalis weniger an warme Temperaturen gebunden. Zwar bevorzugt sie Temperaturen zwischen 26 °C bis 29°C und eine relative Luftfeuchte von 60-80%, eine Vermehrung findet aber auch noch bei einer Temperatur von nur 15°C statt.

Verbreitung der Orientalischen Schabe

Man vermutet die Ursprünge der orientalischen Schabe in Afrika. Mittlerweile ist die Orientalische Schabe weltweit verbreitet.

Bäckereien, Großküchen, Brauereien, Molkereien, Wäschereien und Hallenbäder sind beliebte Aufenthaltsorte. In Wohnhäusern findet man die Orientalische Schabe gehäuft in Kellern (Heizungskeller, Hausanschlussräumen), unter Aufzugsschächten, in Heizungs- Be- oder Entlüftungsschächten oder Wohnungen des Erdgeschosses: Im Badezimmer, z.B. in Hohlräumen unter der Badewanne oder hinter dem Spülkasten. Aber auch hinter Fußleisten, Türzargen, Wandverkleidungen oder schadhaftem Mauerwerk.

In den Sommermonaten und im südlichen Europa lebt die Orientalische Schabe auch draußen, z. B. unter Steinen, Laub oder loser Rinde. Gerade auch in ländlichen Gebieten ist diese Schabenart weit verbreitet.

Blatta orientalis ist sehr wanderfreudig, sodass sich die Tiere vor allem aktiv über die Kanalisation, Fernwärmesysteme, Versorgungskanäle und Keller verbreiten. Die passive Verschleppung kommt aufgrund ihrer Größe bei der orientalischen Schabe deutlich seltener als z.B. bei der Deutschen Schabe vor.

Entwicklung der Orientalischen Schabe

Während die ersten drei Larvenstadien hellbraun gefärbt sind, ist die Farbe der weiteren Larvenstadien und des ausgewachsenen Imagos dunkelbraun bis schwarz.

Wie auch bei der Deutschen Schabe, der Amerikanischen Schabe und der Australischen Schabe legt das Weibchen der Orientalischen Schabe ihre Eier nicht einzeln ab, sondern produziert einen Eibehälter (Oothek) in der zahlreiche Eier durch eine Kuticula gut geschützt zusammengepackt sind. Die Ootheken der Orientalischen Schabe sind dunkel-rotbraun wenn sie abgelegt werden, nehmen dann eine schwarzbraune Färbung an. Sie ist ca. 8-10 mm lang und enthält im Schnitt 16 Eier. Nachdem das Weibchen das Eipaket aus ihrem Abdomen herausgeschoben hat, trägt sie es noch einen bis anderthalb Tage mit sich herum und legt es dann an einem ausreichend feuchten Platz ab, der sich in der Nähe einer Nahrungsquelle befindet.

Bei einer Umgebungstemperatur von 22°C benötigen die Eier bis zum Schlüpfen des ersten Larvenstadiums ca. 60 Tage, bei einer Temperatur von 30°C verkürzt sich die Entwicklungsdauer auf 40 Tage.

Die Dauer der Entwicklung der geschlüpften ca. 5mm großen Larven bis zum Erreichen des Adultsstadiums verläuft über 5-10 Larvenstadien und ist sowohl temperatur- als auch geschlechtsabhängig. Bei niedrigen Temperaturen kann dies einen Zeitraum von zwei Jahren einnehmen, bei einer Umgebungstemperatur von 22°C sind es 270 bis 540 Tage und bei 30°C verkürzt sich die Entwicklungszeit auf 125 bis 160 Tage.

Bei der Lebensdauer eines Weibchens von maximal 150 Tagen können ca. 20 Eipakete produziert werden.

Gesundheitliche Gefährdung durch Blatta orientalis

Schaben sind nach dem Infektionsschutzgesetzt als Gesundheitsschädlinge einzustufen, da die Möglichkeit besteht, dass sie Krankheitserreger übertragen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Erreger wie Bakterien, Viren, Pilssporen oder auch Einzeller bis zu 72 Stunden am Körper einer Schabe haften bleiben und dabei weitergetragen und verbreitet werden. Ein weiterer Übertragungsweg ist der Verdauungstrakt: hierbei ist die Verweildauer der Erreger sogar noch länger. Magen-Darm-Infektionen, Salmonellen, Typhus, Ruhr, Tuberkulose und Hepatitis A können von Schaben übertragen werden.

Im Kot und in Häutungsresten der Schaben befinden sich Allergene, durch die Allergien ausgelöst und verursacht werden können.

Weitere Schabenarten:

Amerikanische Schabe (Periplaneta americana)
Australische Schabe (Periplaneta australasiae)
Braunbandschabe (Supella longipalpa)
Deutsche Schabe (Blattella germanica)

Schädlingsbestimmung

Sind Sie unsicher um welchen Schädling es sich in Ihrem Fall handelt, schicken Sie uns ein Exemplar und wir bestimmen es für Sie und geben Ihnen eine Beschreibung zur Lebensweise und Bekämpfung. Für diese Dienstleistung berechnen wir EUR 35,– (zzgl. MwSt.).

Sollten Sie weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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(Informationen zur Schabenbekämpfung finden Sie hier)